Freundinnen-Affäre Wolfowitz heuert Clinton-Anwalt an

Mit Bill Clinton hat Paul Wolfowitz, Neocon aus dem Bush-Lager und Weltbank-Chef in Erklärungsnöten, eigentlich wenig gemeinsam. Jetzt aber haben sie immerhin denselben Anwalt, der Wolfowitz aus der Affäre um die Gehaltserhöhung seiner Freundin helfen soll.


Washington - Der bekannte Washingtoner Jurist Robert Bennett teilte mit, er wolle Wolfowitzs Fall vor einem Sonderausschuss der Weltbank vortragen. "Wir erwarten, dass die Bank Herrn Wolfowitz einen fairen Prozess ermöglicht und uns die Chance gibt zu zeigen, dass er völlig sauber und ethisch korrekt gehandelt hat", sagte Bennett.

Wolfowitz: Teurer Advokat
REUTERS

Wolfowitz: Teurer Advokat

Wolfowitz habe nicht die Absicht zurückzutreten. Er sei nicht eingestellt worden, um eine Abfindung für Wolfowitz auszuhandeln, betonte Bennett.

Wolfowitz ist unter Druck geraten, weil er bei seinem Amtsantritt 2005 seine damals bei der Weltbank arbeitende Freundin Shaha Riza befördert und ihr Gehalt erhöht hatte. Erst danach wurde Riza dem US-Außenministerium zugeordnet, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden. Informierten Kreisen in Washington zufolge wird über das Schicksal von Wolfowitz noch in dieser Woche entschieden.

Anwalt Bennett kennt sich mit diffizilen Verfahren aus: Er hat unter anderem Bill Clinton vertreten, als der sich im Fall Paula Jones gegen Vorwürfe sexueller Belästigung wehrte. Auch während der Affäre um Monica Lewinsky war Bennett Clintons Anwalt. Der Advokat hat aber auch schon für führende Republikaner gearbeitet – unter anderem für den Ex-Verteidigungsminister Caspar Weinberger in der Iran-Contra-Affäre.

Mehrere hochrangige europäische Politiker, darunter aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien, halten Wolfowitz auf Grund der Affäre für untragbar. Auch die norwegische Regierung äußerte sich am Montag skeptisch über einen Verbleib des Weltbank-Präsidenten im Amt. Das Vertrauen in die Führung des Instituts sei zweifelsohne untergraben, sagte Entwicklungsminister Erik Solheim.

itz/Reuters/AP



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