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Fusion frühestens im November

aus DER SPIEGEL 42/1989

Die Fusion zwischen Daimler-Benz und MBB wird sich weiter verzögern. Weder die Daimler-Manager noch die MBB-Anteilseigner Hamburg und Bremen rechnen damit, daß sie sich bis zur MBB-Gesellschafterversammlung am 20. Oktober über die noch strittigen Punkte einigen können. Beide Seiten peilen jetzt einen Termin in der zweiten November-Hälfte an. Im Streit um den Status der in Hamburg geplanten Airbus-Gesellschaft will der von Hamburgs Bürgermeister Henning Voscherau als Unterhändler eingesetzte Wirtschaftsprüfer Otto Gellert eine »wirtschaftliche« Lösung finden. Gellert will sich nicht auf die Frage versteifen, ob die neue Firma als Aktiengesellschaft oder als GmbH geführt wird. Daimler soll zusichern, daß künftig die »mit sämtlichen Leitungsfunktionen« in Hamburg ansässige Airbus-Firma »selbständig und unabhängig« ist. Völlig ungeklärt hingegen bleibt, ob es tatsächlich zu dem vor allem von Bremen geforderten norddeutschen Marine- und Elektronikkonzern kommt. Die Bremer wollen den neuen Meerestechnik-Konzern, der aus der Marinetechnik von MBB und Telefunken zusammengebaut werden soll, an die Werft Bremer Vulkan und die Elektronikfirma Krupp Atlas anbinden. Mitbieten wird aber auch Thyssen, denn die künftige High-Tech-Firma würde gut zur Tochter Blohm + Voss passen. Am Ende könnte es zwei Gesellschaften geben: eine Bremer unter Führung der Vulkan-Werft und eine Hamburger unter Führung von Blohm + Voss.

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