Fusion Lufthansa übernimmt Austrian Airlines

Kooperiert wurde schon länger, jetzt folgt der Kauf: Die Deutsche Lufthansa will die angeschlagene österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) übernehmen. Für die Übernahme von rund 40 Prozent der Anteile zahlt die Fluggesellschaft aber erst mal einen überraschend niedrigen Preis.


Frankfurt am Main - Es soll eine Übernahme in zwei Schritten werden: Zunächst sollen der staatseigenen Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) 41,56 Prozent der Austrian Airlines (AUA) abgekauft werden, teilte die Lufthansa Chart zeigen am Mittwoch in Frankfurt mit. Außerdem will die Fluggesellschaft ein Übernahmeangebot für die im Streubesitz befindlichen Aktien der AUA abgeben. Ziel sei es, bis zu 100 Prozent der Anteile zu kaufen.

Maschinen von Lufthansa und Austrian Airlines: EU muss Schuldenerlass noch zustimmen
AP

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Der Preis für die angeschlagene österreichische Fluglinie ist allerdings vorerst überraschend niedrig: Lufthansa, die größte deutsche Fluggesellschaft, will für zunächst 366.000 Euro die Staatsbeteiligung von knapp 42 Prozent übernehmen, teilte das Unternehmen weiter mit. Abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung der AUA und der Entwicklung der Lufthansa-Aktie könne sich dieser Betrag auf bis zu 162 Millionen Euro erhöhen.

Bevor das Geschäft perfekt ist, müssen allerdings noch die Wettbewerbsbehörden grünes Licht geben und die EU-Kommission dem geplanten Schuldenerlass von 500 Millionen Euro zustimmen. Der Lufthansa-Aufsichtsrat habe dem Zukauf bereits zugestimmt. Die ÖIAG will am Freitag über das Angebot entscheiden.

Zudem wird Lufthansa für die übrigen Aktien der AUA ein öffentliches Übernahmeangebot voraussichtlich in Höhe von 4,44 Euro pro Aktie machen, womit sie laut Vertragsentwurf auf mindestens 75 Prozent kommen muss. Dafür sollen weitere 215 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die AUA schreibt hohe Verluste und ist dringend auf neues Geld angewiesen. Die roten Zahlen könnten sich in diesem Jahr auf eine halbe Milliarde Euro summieren. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa die Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss abgeschlossen. Die Fusion wurde im Frühjahr 2005 bekanntgegeben. Danach wurde das Traditionsunternehmen in Rekordzeit integriert und erreichte schnell die Gewinnzone. Zum Lufthansa-Konzern gehören inzwischen zahlreiche Gesellschaften: So ist das Unternehmen auch beim US-Billigflieger JetBlue, bei British Midland (BMI) und Brussels Airlines engagiert.

In ganz Europa werden die Karten in der Branche derzeit neu gemischt: British Airways Chart zeigenverhandelt seit Monaten über eine Fusion mit der spanischen Iberia Chart zeigen, an der auch die Lufthansa interessiert sein dürfte. Italien sucht händeringend einen Investor für die völlig marode Alitalia Chart zeigen, auch die skandinavische SAS gilt als Übernahmekandidat. Weitere mittelgroße Airlines dürften folgen, wenn im Abschwung nun die Spreu vom Weizen getrennt wird.

sam/dpa/Reuters/AP



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