Fusionsverbot Rote Karte für Jack Welch

General-Electric-Chef Jack Welch hat verloren: Nach monatelangem Gezerre hat die Europäische Kommission die Fusion der US-Konzerne General Electric und Honeywell endgültig verboten.


Konnte Wettbewerbshüter nicht zufrieden stellen: GE-Chef Welch
DPA

Konnte Wettbewerbshüter nicht zufrieden stellen: GE-Chef Welch

Straßburg - Die Transaktion hatte ursprünglich einen Wert von rund 41 Milliarden Dollar, umgerechnet 94,3 Milliarden Mark. Die Kommission befürchtete unter anderem eine beherrschende Stellung der beiden Unternehmen bei Flugzeugturbinen. Der Entscheidung der Kommission war eine fünfmonatige Untersuchung und ein langes Tauziehen um Zugeständnisse der Unternehmen vorausgegangen.

Die von GE vorgeschlagenen Kompromissvorschläge seien unzureichend gewesen, sagte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti nach der Kommissionssitzung in Straßburg. Monti bezeichnete es als unglücklich, dass EU- und US-Wettbewerbshüter unterschiedliche Entscheidungen getroffen hätten. Er wolle die Zusammenarbeit mit den USA verstärken, um das Risiko solcher Differenzen in Zukunft zu reduzieren.

GE hatte im Rahmen der Verhandlungen mit der EU vorgeschlagen, Unternehmensteile mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar zu verkaufen und das Management und die Rechnungslegung ihrer Flugzeugleasing-Tochter GE Capital Aviation Services (Gecas) auszugliedern. Monti hatte aber zusätzlich den Verkauf eines Teils von Gecas an die Triebwerkshersteller Rolls-Royce oder Pratt & Whitney gefordert. Dies hatte GE abgelehnt.

Die geplante 42-Milliarden-Dollar-Fusion wäre der bislang größte Zusammenschluss zweier Industrieunternehmen gewesen. Es handelt sich um die 15. Ablehnung einer Fusion durch die EU-Kommission in mehr als zehn Jahren. Dies ist der erste Zusammenschluss von zwei US-Unternehmen, der von den Europäern allein blockiert wird.



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