Fußball-Aktien Hertha traut sich noch nicht

Nachdem sich Borussia Dortmund bereits die Finger an der Börse verbrannt hat, will der Bundesliga-Tabellenführer Hertha BSC abwarten. Die Vorbereitungen dafür werden aber bereits getroffen.


Kein Sturm auf die Börse: Hertha BSC
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Kein Sturm auf die Börse: Hertha BSC

Berlin - Konkret sollen im Laufe der nächsten Monate eine GmbH und eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KgaA) gegründet werden. Beide sind zu 100 Prozent im Besitz des Vereins. "Der Verein und seine Mitglieder behalten immer das Sagen", sagte der Präsident von Hertha, Bernd Schiphorst. Zu einem möglichen Börsengang wollte er keine konkreten Angaben machen: "Das ist zurzeit kein Thema - ohne Wenn und Aber".

Der Schritt vom Verein zum Unternehmen sei aber unabdingbar, um bei Ausgaben wie Investitionen in die Mannschaft und in ein neues Vereinszentrum "agieren zu können", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

Unter das Dach der geplanten KGaA sollen die Lizenzspielerabteilung, die erste Amateurmannschaft und die A-Jugend kommen. Damit solle die Voraussetzung geschaffen werden für eine positive wirtschaftliche wie sportliche Zukunft des Vereins, sagte Schiphorst.

Bei 1,1 Millionen Zuschauern in der Saison 1999/2000 habe sich der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr mit 107 Millionen Mark gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Gewinn vor Abschreibung, Zinsen und Steuern hat sich mit 12,1 Millionen Mark vervielfacht, wie aus dem erstmals erstellten Geschäftsbericht des Vereins hervorgeht.

Der Bundesligaverein Borussia Dortmund hatte bisher wenig Freude an seinem Börsengang. Nach einem Ausgabepreis von elf Euro fiel die Aktie auf rund 9,50 Euro und blieb auf diesem Niveau nur nach einer Intervention der Deutschen Bank. Diese hatte rund zwei Millionen Aktien aufgekauft, um ein weiteres Absacken zu verhindern. Als Grund dafür vermuteten Händler, dass die Bank ein Zurückschrecken anderer Bundesligavereine vor einem Börsengang verhindern wollte.



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