Wegen nicht geräumter Ladenfläche Wütender Vermieter lädt Gerümpel vor Karstadt-Zentrale ab

In Essen musste eine Karstadt/Kaufhof-Filiale wegen Insolvenz schließen. Der Vermieter blieb nicht nur auf Kosten sitzen, sondern auch auf jeder Menge Müll. Und machte seiner Wut jetzt Luft.
Zurückgelassenes Kaufhaus-Inventar: Ein Haufen aus Plastikarmen, -Beinen, -Oberkörpern und Rabattschildern

Zurückgelassenes Kaufhaus-Inventar: Ein Haufen aus Plastikarmen, -Beinen, -Oberkörpern und Rabattschildern

Foto:

Roland Weihrauch / dpa

Ein Haufen aus Kunststoffarmen, -Beinen, -Oberkörpern und Rabattschildern: Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat der Hauseigentümer einer ehemaligen Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale in Essen seinen Unmut über die Hinterlassenschaften des Warenhauskonzerns zum Ausdruck gebracht. Die Koerfer-Gruppe ließ zurückgelassene Schaufensterpuppen und Reklametafeln aus dem im Oktober geschlossenen Kaufhaus von einem Containerdienst vor der Karstadt-Zentrale in Essen abkippen.

Karstadt-Kaufhof habe in dem 30.000 Quadratmeter Fläche umfassenden Haus einfach alles stehen und liegen gelassen, sagte Koerfer-Geschäftsleitungsmitglied Michael Gluth der Nachrichtenagentur dpa.

Der Eigentümer bleibe insgesamt auf Millionenkosten sitzen, weil es auch bauliche Veränderungen gegeben habe, die nun zurückgebaut werden müssten. Das Verhalten des Konzerns sei rechtlich wohl nicht zu beanstanden, da sich Galeria-Karstadt-Kaufhof im Insolvenzverfahren befunden habe. Moralisch, so Gluth, sei es angesichts jahrzehntelanger Geschäftsbeziehungen aber »verwerflich«.

Pläne für künftige Nutzung

Die Aktion, über die die Funke-Mediengruppe und der WDR berichtet hatten , fand bereits am Donnerstag statt. Der einstige Essener Kaufhof werde entkernt und umgebaut, sagte Gluth. Für die künftige Nutzung gebe es bereits Pläne.

Ein Warenhaus werde aber definitiv nicht mehr an den Standort kommen. »Die Zeit der Warenhäuser ist vorbei«, sagte Gluth. Galeria-Karstadt-Kaufhof hat sich bislang nicht zu der Aktion geäußert.

bah/dpa