Kurskapriolen bei GameStop Hedgefonds verzockt offenbar die Hälfte seines Kapitals

Der Hedgefonds Melvin Capital wettete auf sinkende Aktienkurse von GameStop. Nun berichtet ein Insider laut Nachrichtenagentur Reuters: Allein im Januar brachen 53 Prozent des Vermögens weg.
GameStop-Filiale in St. Louis

GameStop-Filiale in St. Louis

Foto: Jeff Roberson / AP

Der von Kleinanlegern ausgetrickste Hedgefonds Melvin Capital hat im Januar offenbar mehr als die Hälfte seines Vermögens verloren. Hintergrund sind die Kurskapriolen beim Videospiele-Händler GameStop. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Insider, der mit den Zahlen des Unternehmens vertraut sei. Demnach habe sich das von Melvin Capital investierte Vermögen, das sich zu Jahresbeginn auf 12,5 Milliarden Dollar belaufen habe, bis Monatsende um 53 Prozent reduziert.

Den Januar abgeschlossen habe das Unternehmen aber dennoch mit mehr als acht Milliarden Dollar Vermögen – nachdem die Hedgefonds Point72 und Citadel mit einer Finanzspritze von 2,75 Milliarden Dollar einen Zusammenbruch ihres Partners verhindert hätten.

Orchestrierter Kaufansturm auf GameStop-Aktie

Melvin Capital hatte mit Leerverkäufen auf einen fallenden Kurs der GameStop-Aktie gesetzt und sich damit verspekuliert. Denn Kleinanleger hatten sich im Internet zu einem Kaufansturm verabredet: Daraufhin stieg der Aktienkurs, sodass Melvin Milliardenverluste hinnehmen musste.

Für Leerverkäufe leihen sich Investoren Aktien und verkaufen diese in der Erwartung, sie später billiger zurückkaufen zu können, um sie dann an die regulären Inhaber zurückzugeben. Auf der Kursdifferenz basiert ihr Gewinn. Wenn die Wette jedoch schiefgeht und der Kurs steigt, ist ein Leerverkäufer gezwungen, die Aktien um jeden Preis zurückzukaufen.

bah/Reuters