Gas-Streit Ukraine droht mit Kürzung der Lieferungen nach Europa

Der Gas-Streit eskaliert: Die Ukraine droht, die Zufuhr nach Europa zu drosseln, sollte Gasprom seine Lieferungen reduzieren. Kurz zuvor hatte der russische Monopolist der Ukraine angekündigt, den Hahn weiter zuzudrehen, wenn sie ihre Schulden nicht bis 18 Uhr begleicht.


Moskau - Europa droht, Spielball im Gas-Streit zu werden: Der ukrainische Gaskonzern Naftogas teilte heute mit, die Lieferung des russischen Erdgases durch ukrainische Leitungen nach Europa zu kürzen, sollte der russische Energiekonzern Gasprom seine Zufuhr an die Ukraine weiter reduzieren. Gasprom hatte zuvor bekanntgegeben, den Transport in die Ukraine erneut zu drosseln.

Gasleitung in der Ukraine: Belieferung Europas nicht gefährdet
AP

Gasleitung in der Ukraine: Belieferung Europas nicht gefährdet

Ab heute Abend um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit würden die Gaslieferungen um weitere 25 Prozent des Soll-Betrags reduziert, teilte Gasprom mit. Schon gestern hatten die Russen den Gastransport in die Ukraine um 25 Prozent zurückgefahren. Gasprom zufolge schuldet die Ukraine dem Konzern 600 Millionen Dollar für frühere Lieferungen. Konkret gehe es um Schulden des ukrainischen Gaskonzerns Naftogas. Die Ukraine erklärt dagegen, die Gasrechnung bezahlt zu haben.

Die Belieferung Europas ist nach Angaben Gasproms nicht gefährdet. Dies gelte auch bei einer weiteren Reduktion der Gastransporte in die Ukraine, erklärte der Konzern.

Dieser Darstellung schloss sich auch der ukrainische Außenminister Wolodimir Ogrisko an - und widersprach damit Naftogas. "Ich versichere Ihnen, dass die Ukraine alles tun wird, damit die Lieferungen in die Europäische Union weiter normal bleiben", sagte er vor Journalisten in Warschau.

Moskau hatte Kiew vor rund zwei Jahren schon einmal den Gashahn zugedreht. Damals hatte dies auch zu Engpässen in Deutschland geführt.

wal/sil/Reuters/AFP/dpa-AFX



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