Angebliche Reparaturarbeiten Gazprom liefert auch an Tschechien und Österreich weniger Gas

Technische Probleme oder Boykott durch die Hintertür – die Lieferausfälle des russischen Gasversorgers Gazprom geben weiterhin Rätsel auf. Jetzt sind auch Tschechien und Österreich betroffen.
Gasspeicher im österreichischen Haidach: Notfalls Nachkäufe auf dem Spotmarkt

Gasspeicher im österreichischen Haidach: Notfalls Nachkäufe auf dem Spotmarkt

Foto: Manfred Fesl / dpa

Nach Deutschland melden auch Tschechien und Österreich reduzierte Gaslieferungen aus Russland. Ein Sprecher des tschechischen Versorgers CEZ sagte am Donnerstag, es gebe Einschränkungen, die mit technischen Problemen zusammenhingen. Ein Sprecher des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV sagte, der russische Lieferant Gazprom habe über eine Reduzierung informiert. »Wir werden diese Mengen, sofern aufgrund des geringeren Gasbedarfs überhaupt notwendig, durch Speichermengen und Mengen vom Spotmarkt ersetzen. Die Versorgung unserer Kunden ist derzeit sichergestellt.«

Gazprom hatte diese Woche bereits zwei Tage lang Gaslieferungen nach Deutschland zurückgefahren und zur Begründung auf Verzögerungen bei der Reparatur von Gas-Kompressoren verwiesen. Es könne nur noch eine Durchleitung von 100 Millionen Kubikmetern Gas am Tag anstelle der üblichen 167 Millionen Kubikmeter sichergestellt werden – gut 40 Prozent weniger als sonst.

Grund für die reduzierten Lieferungen sei unter anderem, dass derzeit nach Reparaturarbeiten mehrere Kompressoren des deutschen Siemens-Konzerns am Startpunkt der Pipeline fehlten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bestreitet allerdings, dass die Wartung der von Siemens hergestellten Verdichtungsanlagen den europäischen Sanktionen gegen Russland unterliegt. Die Wartung laufe über Kanada – sein Haus sei »mit den Kanadiern« im Gespräch über das Thema.

Es dränge sich der Verdacht auf, dass technische Gründe nur vorgeschoben seien. Dahinter stehe offenkundig die Strategie, zu verunsichern und die Preise hochzutreiben.

Die vergangenen Tage zeigten, wie wichtig es sei, sich aus der Abhängigkeit von Russland zu befreien, sagte Habeck am Donnerstag. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei auch eine Frage der nationalen und europäischen Sicherheit. Der Grünenpolitiker rief in einem via Twitter verbreiteten Video zudem erneut auf, Energie einzusparen. »Es ist jetzt der Zeitpunkt, das zu tun.« Jede Kilowattstunde helfe.

mik/Reuters
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