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HOTELS Gedichte statt Gemälde

aus DER SPIEGEL 8/1997

Wolf Wondratschek, Box-Poet und Kneipen-Lyriker, wird demnächst die sechste Etage des Hamburger Hotels Interconti dekorieren. Hotelmanager Andreas Witkowski hat den Dichter gebeten, dafür 96 seiner Poeme auszuwählen. Sie werden in Zeitungsformat auf edlem Papier gedruckt, gerahmt und statt dekorativer Gemälde oder Grafiken in Zimmern und Fluren ausgehängt. Das Hotel, das sich die Renovierung des sechsten Stockwerks rund 1,4 Millionen Mark hat kosten lassen, wird Wondratschek die Mühe mit einem »hohen fünfstelligen Betrag« honorieren. Zur Eröffnung Mitte April ist eine Dichterlesung geplant. Gäste, die sich in anderen Etagen unterbringen lassen, werden sich dem Dichter dennoch nicht entziehen können: Neben der traditionellen Gideon-Bibel soll künftig in jedem der 286 Zimmer auch ein neuer Wondratschek-Gedichtband im Nachttisch liegen. Titel: »Das Mädchen und der Messerwerfer«.

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