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VOLKSWAGEN Geheimverhandlungen beim Kamelrennen

aus DER SPIEGEL 18/2004

Der geplante Einstieg des arabischen Emirats Abu Dhabi als Aktionär beim Volkswagenkonzern war nicht nur mit VW-Großaktionär Niedersachsen und dem Ministerpräsidenten Christian Wulff, sondern auch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder abgestimmt. Beide ermunterten VW-Chef Bernd Pischetsrieder zu dem Deal, bei dem der VW-Konzern zwischen sechs und zehn Prozent der VW-Aktien an das Emirat abgibt. Diese Aktien werden bisher vom Konzern selbst gehalten. Die Investoren, so Wulff, seien an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert und ein stabiler Großaktionär, der den VW-Konzern auch vor feindlichen Übernahmen schützen könne. Vorbereitet wurde der Coup in größter Geheimhaltung. Pischetsrieder führte seine Gespräche mit Scheich Hamdan Ibn Seid unter anderem bei einem Formel-1-Rennen in Bahrein und einem Kamelrennen im saudi-arabischen Riad. Abu Dhabi will nicht nur Großaktionär bei VW werden, sondern ist auch an weiteren Geschäften mit Volkswagen interessiert. So könnte der Konzern einen Teil der Aluminium-Produktion dort erledigen. In Abu Dhabi wird Aluminium geschmolzen, dann in Blöcke gegossen und nach Europa transportiert. Hier wird es wieder geschmolzen und zu Autoteilen verarbeitet. Dies könnte bald in einem Schritt in Abu Dhabi geschehen, wenn sich dort neue Zulieferer ansiedeln. VW könnte dann den Absatz der Modelle Phaeton und Touareg in den arabischen Ländern fördern.

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