Geld für Europa General Motors pumpt Milliarden in Opel

Mehr Geld für Opel: Investitionen in Höhe von neun Milliarden Euro bis 2012 hat General Motors der deutschen Tochter jetzt zugesagt. Allein 6,5 Milliarden Euro sollen in neue Modelle fließen.


Rüsselheim/Bochum - Opel soll wieder auf Erfolgsspur gebracht werden: Allein 2,5 Milliarden Euro sollen in die Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern, Bochum und Eisenach fließen. Das Werk in Kaiserslautern werde nicht wie geplant verkauft, sondern zu einem Zentrum der Komponentenfertigung ausgebaut. 6,5 Milliarden Euro gehen in die Entwicklung neuer Modelle und Antriebssysteme. Bis 2012 will Opel 17 neue Auto- und drei neue Nutzfahrzeugmodelle entwickeln.

Opel-Chef Hans H. Demant sprach von einer "Demokratisierung von Hightech": "Beginnend mit dem Insignia werden alle Fahrzeuge mit einer Technologie ausgestattet, die man bisher nur aus der Oberklasse kennt." Durch die Investitionen sollen auch neue Arbeitsplätze entstehen, etwa für bis zu 300 Ingenieure.

Opel-Mitarbeiter kontrollieren im Bochumer Opel-Werk fertig gestellte Opel Astra: Die Profitabilität soll gesteigert werden
DDP

Opel-Mitarbeiter kontrollieren im Bochumer Opel-Werk fertig gestellte Opel Astra: Die Profitabilität soll gesteigert werden

Ein Ziel der Strategie sei, den Marktanteil von Opel in Deutschland wieder auf eine "deutlich zweistellige Größe" zu erhöhen, erklärte Opel-Vertriebschef Thomas Owsianski. Dies solle allerdings nicht um jeden Preis geschehen, sagte Forster: "Wir wollen die Profitabilität steigern und vermehrt auf Flotten setzen, die höhere Margen versprechen."

Im ersten Quartal 2008 sank der Marktanteil im GM-Europageschäft mit der Hauptmarke Opel erneut leicht von 9,7 auf 9,6 Prozent, allerdings bei steigenden Absatzzahlen, wie GM am Mittwoch in Detroit mitteilte. Der Vorsteuergewinn stieg von Januar bis März auf 198 Millionen Dollar. Die Umsätze kletterten binnen Jahresfrist von 8,5 Milliarden auf 9,9 Milliarden Dollar. In Europa verkaufte GM von Januar bis Ende März die Rekordzahl von 572.000 Autos. Als Grund für die besseren Geschäfte nannte der Autobauer geringere Materialkosten und höhere Qualität der Fahrzeuge. So hätten Aufwendungen für Reparaturen während der Garantiezeiten gesenkt werden können.

Zu schaffen macht GM, dass in vielen Ländern etwa in Osteuropa die Autos zwar gut verkauft werden, aber dort eher die einfache und damit günstigere Ausstattung gefragt ist. Dennoch hob Forster insbesondere die Zuwächse von 78 Prozent beim Absatz in Russland im ersten Quartal hervor. "Sehr bald wird Russland der größte europäische Automarkt sein, spätestens nächstes Jahr." Davon werde Opel mit einem Marktanteil von derzeit 11,6 Prozent profitieren.

GM weist Ergebnisse nicht mehr für Marken aus, sondern nur für die Region Europa (GM Europe/GME). In diesen Zahlen ist außer Opel/Vauxhall auch Saab enthalten. Opel macht etwa 80 Prozent aus.

Ein Nettogewinn wird auch nicht mehr bekanntgegeben. Im ersten Quartal 2007 hatte GM in seinem Europageschäft einen Nachsteuergewinn von 42 Millionen Dollar ausgewiesen.

Der Opel-Mutterkonzern GM steckt indes weiterhin tief in der Verlustzone. Im ersten Quartal fuhr der größte US-Autobauer ein Minus von 3,3 Milliarden Dollar ein. Das war der dritte Quartalsverlust in Folge. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp zwei Prozent auf 42,7 Milliarden Dollar.

ase/dpa



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