Geldanlage Schmutziges Gold? Den meisten Verbrauchern ist das egal

Die Deutschen legen ihr Geld gerne in Gold an. Nach SPIEGEL-Informationen interessiert es aber kaum einen, unter welchen Bedingungen Barren und Münzen produziert werden.
Goldbarren bei einem Goldhändler in München

Goldbarren bei einem Goldhändler in München

Foto: Sven Hoppe/ DPA

Gold ist begehrt - aber woher es kommt, spielt für die meisten Käufer keine Rolle. Die Kunden stellten die Herkunftsfrage "eher selten", heißt es bei ProAurum, dem größten bankenunabhängige Edelmetallhändler in Deutschland.

Schätzungsweise einer von 2000 Kunden spreche das Thema an. Die Verbraucher achteten laut ProAurum in erster Linie darauf, möglichst wenig Aufschläge auf den Materialwert zu bezahlen, also viel Gold fürs Geld zu bekommen.

Auch die Sparkasse Pforzheim Calw, traditionell stark engagiert im Goldgeschäft, registriert kein besonderes Interesse an nachhaltigen Produkten. "Eine Nachfrage von Privatkunden nach fair gehandeltem Gold hält sich in Grenzen", so das Institut.

Bei Fairtrade nur 8 Kilo verkauft in 2018

Bei Fairtrade Deutschland, das eine faire und umweltschonende Herstellung von Produkten zertifiziert, ist Gold ebenfalls kaum nachgefragt. 2017 umfasste die Handelsmenge 17 Kilogramm, im vergangenen Jahr waren es noch 8.

Bei anderen Geldanlagen dagegen zeigen die Deutschen ein deutlich gestiegenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Im vergangenen Jahr investierten sie 219 Milliarden Euro in grüne Fonds, gut ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Der Goldbergbau hinterlässt tiefe Spuren in der Natur. Für ein Gramm Gold müssen die Minenfirmen eine Tonne Gestein bewegen. Das Edelmetall wird in der Regel mit Zyanid herausgelöst. Kleinschürfer setzen auch giftiges Quecksilber ein.

aju
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.