Geldanlage mit Indexzertifikaten Wie man Steuern umkurvt

Der Dax hat Dow Jones, EuroStoxx und Nikkei im vergangenen Jahr klar geschlagen. Doch für Anleger hat der deutsche Leitindex noch einen weiteren Vorteil: Mit ihm kann man die Steuer auf Dividenden elegant und völlig legal vermeiden.

Von Kai Lange


Hamburg - Es soll sie ja geben, diese entspannten Anleger, die sich dem Stress der Aktienauswahl nicht mehr aussetzen und statt dessen mit einem Indexzertifikat einfach den gesamten Dax Chart zeigen kaufen. Wer dies Anfang 2006 getan hat, hat nun rund 22 Prozent mehr auf dem Konto: Bei einer solch exzellenten Performance ist es sogar zu verschmerzen, dass man sein Geld nicht ausschließlich auf die Dax-Überflieger ThyssenKrupp Chart zeigen (plus 101 Prozent), Volkswagen Chart zeigen (90 Prozent) oder auf die Lufthansa Chart zeigen (66 Prozent) konzentriert hat.

Schließlich hat der Dax 30 Chart zeigen im internationalen Vergleich den EuroStoxx 50 Chart zeigen (plus 16 Prozent), den US-Index Dow Jones Chart zeigen (15 Prozent), den britischen FTSE 100 Chart zeigen (11 Prozent) den Welt-Index MSCI World (12 Prozent) und den japanischen Nikkei Chart zeigen (6 Prozent) klar hinter sich gelassen. Deutlich mehr als mit deutschen Blue Chips haben lediglich Anleger verdient, die in den spanischen Ibex-Index investiert oder sich in Schwellenländer wie China, Russland oder Indien gewagt haben.

Dabei bietet sich der Dax gleich aus zwei Gründen für ein Index-Investment an. Zum einen, weil sich die deutsche Volkswirtschaft mittlerweile vom Sorgenfall zum Hoffnungsträger in Europa gewandelt hat. Aus dem Ausland schallt viel Lob, die Erholung der Konjunktur kommt laut jüngsten Zahlen nun auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt an, und Analysten trauen deutschen Unternehmen 2007 weitere Gewinnsteigerungen zu.

Die Dax-Show: Zeit schlägt Zeitpunkt
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Die Dax-Show: Zeit schlägt Zeitpunkt

Daneben aber hat der Deutsche Aktienindex noch eine besondere Stärke: Er ist als Performance-Index konstruiert, so dass alle gezahlten Dividenden der dort notierten Unternehmen in die Performance des Index einfließen. In einem Kursindex wie dem EuroStoxx 50 Chart zeigen dagegen bleiben die bezahlten Dividenden außen vor.

Dies beschert Käufern von Dax-Indexzertifikaten nicht nur einen Renditevorteil, sondern auch ein einfaches Steuersparmodell. Warum sollte man Steuern auf ausgeschüttete Dividenden zahlen, wenn man einen Performance-Index kaufen kann?

"Wer ein Dax-Indexzertifikat zurzeit länger als zwölf Monate hält, wird aufgrund der Konstruktion als Performance-Index keine Dividendenausschüttungen erhalten. Diese können also auch nicht besteuert werden", sagt Heiko Weyand, Zertifikateexperte bei HSBC Trinkaus & Burckhardt. Gleichwohl fließen die von den Unternehmen gezahlten Dividenden in die Performance des Zertifikates mit ein: Wer das Indexzertifikat länger als ein Jahr hält und dann verkauft, kassiert nicht nur die Kursgewinne, sondern auch die einberechnete Dividende steuerfrei.

Der gleiche Mechanismus funktioniert auch bei einem sogenannten Partizipationszertifikat auf eine einzelne Aktie. Ein Anleger, der zum Beispiel 500 Aktien des Autobauers DaimlerChrysler Chart zeigen kauft und seinen Sparerfreibetrag bereits ausgeschöpft hat, müsste im kommenden Mai die Hälfte der erwarteten Dividende in Höhe von 750 Euro zu seinem persönlichen Steuersatz versteuern.

Kauft er statt dessen ein Partizipationszertifikat auf DaimlerChrysler, kommt er um die Steuerzahlung herum, weil die Dividende des Unternehmens eben nicht ausgeschüttet, sondern in die Zertifikatsperformance einberechnet wird. "Ein solches Zertifikat bildet die Aktienkursbewegungen eins zu eins ab", sagt Weyand. "Zur Fälligkeit wird der Preis des Zertifikates dann dem Aktienkurs entsprechen."

In der Praxis bedeutet das, dass ein Partizipationszertifikat um die Höhe der erwarteten Dividende günstiger zu haben ist als die Aktie: Zum Laufzeitende liegen Aktie und Zertifikat jedoch gleichauf, und der Fiskus geht leer aus.

Mit Index- oder Partizipationszertifikaten Steuern zu sparen, bietet sich für Anleger in Deutschland aus drei Gründen an. Erstens dürfte die Summe der ausgeschütteten Dividenden im Jahr 2006 auf den Rekordwert von rund 22 Milliarden Euro klettern, die durchschnittliche Dividendenrendite für den gesamten Dax Chart zeigen dürfte nach Berechnungen der Landesbank Baden-Württemberg dann auf 2,5 Prozent steigen. Konzerne wie RWE Chart zeigen, die in Liquidität schwimmen, dürften ihre Ausschüttung nahezu verdoppeln, um sich auf diese Weise vor Angriffen von Firmenjägern zu schützen.

Zweitens engt der Fiskus den Spielraum auch kleiner Sparer immer weiter ein. Der Sparerfreibetrag wurde zum Januar 2007 annähernd halbiert, und im kommenden Jahr soll auch das Halbeinkünfteverfahren fallen: Von Unternehmen ausgeschüttete Gewinne werden dann nicht nur durch die Körperschaftssteuer belastet, sondern dann noch einmal beim Anleger in voller Höhe mit dem persönlichen Steuersatz belegt.

Statt jedes Jahr aufs Neue die erwarteten Dividenden gegen den schrumpfenden Freibetrag aufzurechnen, können Zertifikatskäufer mit ein wenig Geduld den Fiskus umkurven.

Countdown bis zum Jahr 2009

Drittens: Die Zeit zum Steuersparen läuft voraussichtlich Ende 2008 ab. Mit der geplanten Einführung der Abgeltungssteuer ab Januar 2009 soll auch die Steuerfreiheit auf Aktieninvestments fallen, die länger als ein Jahr gehalten werden.

Anleger haben also noch bis Ende 2007 Zeit, Zertifikate auf die Performance-Indizes Dax Chart zeigen, MDax Chart zeigen, TecDax Chart zeigen oder SDax Chart zeigen zu kaufen, um sie dann Ende 2008 steuerfrei verkaufen zu können.

Wichtig: Bei den so genannten Exchange Traded Funds (ETF), die als passiv gemanagte Fonds den Index abbilden, fallen ebenso wie bei aktiv gemanagten Aktienfonds oder einzelnen Aktien Steuern auf Dividenden an. Es sollte also schon ein Indexzertifikat auf einen Performance-Index sein, das rechtlich wie eine Schuldverschreibung der herausgebenden Bank behandelt wird.

Emittenten mit guter Bonität bevorzugt

Anleger sollten sich daher auf Emittenten mit hoher Finanzkraft konzentrieren, denn wenn die herausgebende Bank selbst in finanzielle Turbulenzen geraten sollte, bergen auch die Schuldverschreibungen ein Verlustrisiko.

Die Fondsindustrie beobachtet mit mäßigem Amüsement, dass Anleger in Deutschland trotz des exzellenten Börsenjahres per Saldo Geld aus Aktienfonds abgezogen haben.

Ein Teil dieses Geldes steckt jetzt in Zertifikaten: Nach Einschätzung des Branchenverbandes BVI treffen insbesondere Discount-Zertifikate, die Renditechancen durch Aktienanlage sowie zugleich einen Risikopuffer bieten, den Nerv der deutschen Anleger. Die Vorliebe für ein gedämpftes Risiko ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Wirklich hellhörig werden Sparer dann, wenn sie sparen und zugleich Steuern sparen können.



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