Geldnostalgie Deutsche horten Mark-Münzen

Die Deutschen werden nach Einschätzung der Bundesbank auch in den nächsten fünf Jahren noch größere Mengen D-Mark in Euro umwechseln. Dabei dominiert das Papiergeld, denn von ihren Münzen wollen sich die Bundesbürger nur ungern trennen.


Mark-Münzen: Erinnerung an eine Erfolgsgeschichte
AP

Mark-Münzen: Erinnerung an eine Erfolgsgeschichte

Frankfurt am Main - "Der Rücklauf ist nach wie vor hoch. Täglich kommen 2100 Kunden und tauschen Mark in Euro um", sagte Bundesbankpräsident Axel Weber der Nachrichtenagentur dpa. Durchschnittlich wechsle jeder Kunde 570 Mark ein. "Der Umtausch, der erst seit Beginn 2002 läuft, wird noch eine Weile weitergehen und zum Ende des Jahrzehnts weniger werden." Die Bundesbank garantiere den Umtausch für Scheine und Münzen zeitlich unbegrenzt.

Auch mehr als drei Jahre nach der Euro-Bargeldeinführung sind laut Bundesbank noch rund 7,7 Milliarden Mark in Scheinen und 7,27 Milliarden Mark in Münzen im Umlauf. Statistisch gesehen besitzt jeder Bürger im Schnitt noch D-Mark-Bargeld im Wert von rund 95 Euro. Die Münzmenge, die noch im Umlauf ist, entspreche wertmäßig fast 46 Prozent des Münzbestandes vom Dezember 2000 einschließlich Gedenkmünzen.

"Viele der Münzen sind Sammlermünzen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zurückkommen", sagte Weber. Dazu gehörten verschiedene Ausgaben von Jubiläumsmünzen. "Wegen der Erfolgsgeschichte der D-Mark haben viele Bundesbürger in Erinnerung an die Mark Münzen zum Sammelobjekt gemacht." Bei den Banknoten erwarten die Banker dagegen weiteren Rücklauf. "Das kommt aus der Auflösung von Haushalten oder es sind Beträge, die man in Taschen und Jacken findet."



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