Geldwäsche-Ermittlungen Was wusste Präsident Putin?

Die St. Petersburg Immobilien und Beteiligungs AG (SPAG) ist nach Informationen von manager-magazin.de die Firma, gegen die BKA und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Geldwäsche in Millionenhöhe für die Russenmafia ermittelt. Der russische Präsident Putin saß sieben Jahre lang im Beirat des hessischen Unternehmens.

Von Clemens von Frentz und Andreas Nölting


Wiesbaden/Darmstadt - Dem Bundeskriminalamt (BKA) ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, eine deutsche Aktiengesellschaft als mutmaßliche Geldwaschanlage der Russen-Mafia zu enttarnen. Nach Informationen von "manager-magazin.de" handelt es sich dabei um die Sankt Petersburg Immobilien und Beteiligungs AG (SPAG) Chart zeigen mit Sitz im südhessischen Mörfelden-Walldorf.

Saß jahrelang im Beirat der SPAG: Wladimir Putin
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Saß jahrelang im Beirat der SPAG: Wladimir Putin

Am Dienstag waren im Rhein-Main-Gebiet, in Hamburg und München insgesamt 28 Firmen und Wohnungen durchsucht worden. Markus Rese, Vorstand der SPAG, bestritt gegenüber manager-magazin.de die Vorwürfe: "Dies ist der Versuch, mit einer Schrotflinte in eine dunkle Scheune zu schießen, um irgend jemand zu treffen". Die Vorwürfe der Justiz seien ihm seit langem bekannt, und gegen sein Unternehmen werde bereits seit dem Jahr 2000 ermittelt. Doch bisher hätten die Untersuchungen nichts erbracht.

Der russische Präsident Putin, so Rese, sei tatsächlich Beirat des Unternehmens gewesen und sogar im Geschäftsbericht erwähnt worden. Diese Position habe Putin jedoch nur "ehrenhalber" angenommen. Putin sei bei der SPAG seines Wissens nie in Erscheinung getreten.

Auch die Baader AG wurde durchsucht

Unter den durchsuchten Objekten war auch die Baader Wertpapierhandelsbank AG Chart zeigen im bayerischen Unterschleißheim, die laut IR-Sprecher Nico Baader eine rund 30-prozentige Beteiligung an der SPAG erworben und das Unternehmen 1997 an die Börse gebracht hatte.

Nico Baader gegenüber manager-magazin.de: "Diese Beteiligung ist durch den Kursverfall der SPAG-Aktie auf einen Restbuchwert von unter eine Million Euro gesunken. Unser Engagement bei der Sankt Petersburg Immobilien und Beteiligungs AG ist ein rein finanzielles Investment. Von den laut BKA kriminellen Handlungen des Unternehmens war uns nichts bekannt." Im Aufsichtsrat der SPAG sitzen laut dem Geschäftsbericht 2002 auch zwei Aufsichtsräte der Baader-Bank: Peter Schemuth und der Vize-Aufsichtsratsvorsitzende der SPAG, Horst Schiessl.

Vor einiger Zeit hatte bereits das amerikanische Nachrichtenmagazin "Newsweek" in seiner Ausgabe vom 3. September 2001 über die Verdachtsmomente berichtet. Der Artikel mit der Überschrift "A Stain on Mr. Clean" befasst sich vor allem mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der damals einen Sitz im Beirat der SPAG hatte. Dieses Amt legte er nach sieben Jahren nieder, als er im März 2000 zum Präsidenten gewählt wurde.

Das hessische Unternehmen reagierte mit einem scharfen Dementi auf die Darstellung in "Newsweek". In einer Stellungnahme heißt es über den Artikel: "Irgendwelche Belege oder auch nur Indizien für diese abenteuerlichen Behauptungen werden nicht geliefert."



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