"Money Muling" Mehr als 200 Festnahmen bei Geldwäsche-Razzien in Europa

Kriminelle bringen beim "Money Muling" meist unbescholtene Menschen dazu, ihre Konten für Geldwäsche herzugeben. Mit einer großangelegten Aktion ist die Polizei in Europa dagegen vorgegangen.
Europol-Zentrale in Den Haag: Die Polizeiaktion hat 7520 illegale Geldtransfers in drei Monaten aufgedeckt

Europol-Zentrale in Den Haag: Die Polizeiaktion hat 7520 illegale Geldtransfers in drei Monaten aufgedeckt

Foto: Piroschka van de Wouw / REUTERS

Die Polizei in 31 Ländern Europas hat bei Geldwäsche-Razzien 228 Verdächtige festgenommen. Im Zuge dieser bereits fünften gemeinsamen Aktion gegen sogenanntes Money Muling seien von September bis November mehr als tausend Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die europäische Polizeibehörde Europol mit.

Bei dieser Methode des Geldwaschens werden meist unbescholtene Leute als "Esel" - englisch "mule" - dazu gebracht, persönliche Konten für den Empfang und die Weiterüberweisung von Geld aus kriminellen Quellen zur Verfügung zu stellen.

Bei der groß angelegten internationalen Polizeiaktion mit Unterstützung des Europäischen Bankenverbandes (EBF), an der auch Deutschland teilnahm, wurden laut Europol 3833 "Money Mules" sowie 386 Personen identifiziert, die diese Menschen rekrutiert haben sollen. 7520 illegale Geldtransfers bei 667 Banken und anderen Finanzinstitutionen im Umfang von 12,9 Millionen Euro seien aufgedeckt worden.

Europol warnte, dass Geldwäscher mit etlichen Tricks - darunter auch mithilfe von Dating-Plattformen und sozialen Medien - versuchten, "Money Mules" zu rekrutieren. Die Hauptzielgruppe seien Studenten und andere junge Erwachsene. Wer auf die Masche reinfällt oder gar bewusst mitmacht, muss der deutschen Polizei zufolge mit Geldbußen oder einem Ermittlungsverfahren rechnen, bei dem im Extremfall eine Haftstrafe droht.

Europol teilte mit: "Auch wenn die Kuriere unwissentlich handeln, begehen sie dennoch ein Verbrechen." Die Strafverfolgungsbehörden würden sich zunächst immer auf denjenigen konzentrieren, dessen Name auf dem Bankkonto erscheint.

kko/dpa/AFP