Geldwäsche-Verdacht Razzia in Bonner Telekom-Zentrale

Besuch von der Staatsanwaltschaft: Ermittler haben nach Informationen von SPIEGEL ONLINE die Telekom-Zentrale in Bonn durchsucht. Es geht um einen Geldwäscheverdacht bei einem polnischen Mobilfunk-Deal.

Bonn - Hintergrund der Durchsuchung der Telekom-Zentrale in Bonn durch die Staatsanwaltschaft ist ein Rechtshilfeersuchen der polnischen Regierung. Dort geht es um den Vorwurf, dass es nach der Übernahme von Anteilen des polnischen Mobilfunkunternehmens PTC durch die Telekom zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Es geht um den Vorwurf der Geldwäsche, nach polnischem Recht.

Die Deutsche Telekom   hatte im November 2006 nach langem Ringen mit dem französischen Mischkonzern Vivendi zusätzliche Anteile an PTC übernommen.

Nach Angaben der Bonner Staatsanwaltschaft stehen nicht Verantwortliche der Telekom im Visier. Vielmehr gehe es um "Lumpereien in Polen". Man habe, sagte Oberstaatsanwalt Fred Apostel, "keinerlei Zweifel an der korrekten Abwicklung des Geschäfts auf deutscher Seite". Davon ist man auch bei der Telekom überzeugt - es sei ihrerseits "alles korrekt" gelaufen.

Zuletzt hatten Staatsanwälte die Telekom-Zentrale Ende Mai dieses Jahres durchsucht, darunter auch das Büro von Telekom-Chef René Obermann - damals ging es darum, Beweismittel in der Spitzelaffäre zu sichern.

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