Gen-Reis EU ordnet Gen-Tests für Reis aus den USA an

Nach dem Skandal um die Einfuhr von gentechnisch
verändertem Reis aus den USA will die Europäische Union künftig alle Langkornreis-Lieferungen aus den Vereinigten Staaten kontrollieren. Die EU schreibt nun Gen-Tests vor.


Brüssel - Mit dieser Entscheidung reagierte der zuständige Expertenausschuss der 25 EU-Staaten heute auf die Weigerung der USA, mit den Europäern gemeinsame Kontrollvorschriften zu erlassen. Die verbindlich vorgeschriebenen Tests sollen nach Angaben der EU-Kommission verhindern, dass US-Firmen weiterhin gentechnisch veränderten Reis vom Typ LL601
nach Europa bringen.

Die Reissorte ist in der EU nicht zugelassen. Die EU-Kommission hatte aber im September bestätigt, dass in mehreren Mitgliedstaaten gentechnisch veränderter Reis aus den USA entdeckt wurde. Auch in Deutschland wurde die für den Verzehr nicht zugelassene Sorte LL601 nachgewiesen.

Die bloße Versicherung, dass der importierte US-Reis keine Spuren von LL601 enthält, soll künftig nicht mehr ausreichend sein. Das Expertengremium schreibt mit seiner Entscheidung vielmehr vor, dass die Mitgliedstaaten sämtliche Lieferungen am europäischen Einfuhrort nach genauen Vorgaben testen. Die Kosten dafür sollen die Unternehmen tragen. Die Tests sollen auch der Tatsache Rechnung tragen, dass die französischen Behörden in einer Lieferung aus den USA jüngst einen weiteren verbotenen Gen-Reis, LL62, entdeckt haben.

kai/dpa/AP



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