General Motors Gewerkschaftsführer billigen Tarifvereinbarung

Der US-Autokonzern General Motors ist einer Einigung mit den Auto-Werkern einen weiteren Schritt näher gekommen. Die Gewerkschaftsführer von mehr als 80 amerikanischen GM-Fabriken und anderen GM-Betrieben billigten den neuen vierjährigen Tarifvertrag einstimmig.


Detroit – Die UAW-Chefs warben auch bei mehr als 73.000 amerikanischen GM-Arbeitern dafür, dem neuen Tarifvertrag, ihr Placet zu geben. Die Abstimmung darüber beginnt am Sonntag und dauert bis zum 10. Oktober an.

Die Verhandlungsführer von Gewerkschaft und GM-Management hatten den Kompromiss am vergangenen

GM-Zentrale: Einsparungen von bis zu drei Milliarden Dollar jährlich
AFP

GM-Zentrale: Einsparungen von bis zu drei Milliarden Dollar jährlich

Mittwoch nach einem zweitägigen Streik der GM-Arbeiter erzielt. Dabei hatte die UAW der Einrichtung eines neuen von der Gewerkschaft zu verwaltenden Krankenversicherungsfonds zugestimmt. Er wird von GM Chart zeigenvon 2010 an die zukünftigen Verpflichtungen für die Krankenversicherungen für rund 340.000 Betriebsrentner und deren Angehörige übernehmen.

GM zahlt 29,9 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) in den Fonds ein und übernimmt darüber hinaus die zwischen 2008 und 2010 anfallenden Kosten von 5,4 Milliarden Dollar. Außerdem sagte GM andere Leistungen und Zahlungen über 20 Jahre von insgesamt bis zu 1,6 Milliarden Dollar zu, falls die Fondsausstattung unzureichend sein sollte.

Die GM-Arbeiter erhalten über die Laufzeit des Vertrages insgesamt 13.056 Dollar an Zusatzleistungen, erklärte die Gewerkschaft. Sie bekommen einen Abschlussbonus von 3000 Dollar bei Annahme des Tarifvertrages und in den letzten drei Jahren des Tarifabkommens Boni von drei, vier beziehungsweise drei Prozent des jeweiligen Jahreslohnes. Sie bekommen außerdem inflationsbezogene Lebenshaltungskosten-Zuschläge. Die Löhne der Arbeiter an den Fließbändern werden von 28,12 auf 28,85 Dollar je Stunde bei Ende des neuen Tarifabkommens steigen.

Die Gewerkschaft stimmte aber auch erstmals einem zweiteiligen Lohnsystem zu. Neu eingestellte Hilfskräfte wie beispielsweise Fahrer, die nicht am Fließband arbeiten, sollen zukünftig nur 14,00 bis 16,23 Dollar je Stunde erhalten. Den momentan zum vollen Lohn in diesen Funktionen eingesetzten 16.000 Bediensteten sollen Abstandsangebote gemacht werden, und sie sollen bei Ausscheiden durch die billigeren neuen Arbeiter ersetzt werden.

GM hat für 16 von 18 amerikanischen Autofabriken Produktionszusagen gemacht und will 3000 Teilzeitarbeiter zum vollen Lohn zu Vollzeitbeschäftigten machen. Die Gewerkschaft hat damit ihr Hauptziel erreicht, die Löhne und sonstigen Bezüge der sowie die Arbeitsplätze der derzeitigen Mitglieder zu sichern. GM wird durch den neuen Krankenversicherungsfonds und das zweigleisige Lohnsystem nach Schätzungen von US-Autofachleuten drei Milliarden Dollar pro Jahr einsparen.

UAW-Präsident Ron Gettelfinger will in der nächsten Woche festlegen, ob die nächste Tarifverhandlungsrunde zuerst mit Ford Chart zeigen oder mit Chrysler geführt werden soll. Die beiden Autohersteller müssen sich ebenfalls noch mit der Gewerkschaft über neue vierjährige Tarifabkommen einigen. Diese dürften sich erfahrungsgemäß eng an die GM-Vereinbarungen anlehnen.

mik/dpa



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