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Gesundheit Generika-Branche warnt vor Rückzug von Arzneimittelherstellern aus dem deutschen Markt

Die Inflation trifft auch die Produktion und den Vertrieb von Arzneimitteln. Doch die Firmen können gestiegene Kosten nicht immer direkt weitergeben, weil Verträge das erschweren.
aus DER SPIEGEL 27/2022
Kassenrezept

Kassenrezept

Foto: Sebastian Gollnow/ dpa

Die Generikabranche warnt vor einem drohenden Rückzug von Arzneimittelherstellern aus dem deutschen Markt. Durch die Inflation hätten Pharmafirmen mit Kostensteigerungen von mehreren Hundert Prozent zu kämpfen. Die könnten aber nicht einfach weitergegeben werden, weil es in Deutschland Instrumente wie Festbeträge gebe. Die legt maßgeblich der Spitzenverband der Krankenkassen fest.

»Ist eine Produktion nicht mehr wirtschaftlich, hat der Hersteller keine Wahl: Entweder macht er Verluste, oder er muss sich aus der Versorgung zurückziehen«, sagt Bork Bretthauer, Chef des Lobbyverbands Pro Generika. Treiber seien etwa gestiegene Seefrachtraten. Ein Container von Shanghai nach Rotterdam hat im Januar sechsmal mehr gekostet als vor der Pandemie. Auch höhere Kosten für Verpackungen von bis zu 135 Prozent machten den Firmen zu schaffen. Zudem explodierten die Kosten für Ausgangsprodukte: Der Stoff DMA beispielsweise, Grundlage für das Diabetes­medikament Metformin, sei um 180 Prozent teurer geworden.

Wenn die Politik die Arzneimittelversorgung sichern wolle, müsse es einen Aufschlag in Höhe der Inflation auf die Festbeträge geben, fordert der Verband. »Das Preismoratorium, das die Preise auf dem Niveau von 2009 fest­gefroren hat, darf für Generika nicht noch weiter verlängert werden«, sagt Bretthauer. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte angekündigt, dass die Kranken­kassenbeiträge 2023 kräftig steigen werden – auch wegen der Kosten der Arzneimittelversorgung.

mum
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