Geprellte Aktionäre Enron-Investoren erstreiten fast fünf Milliarden Dollar

Nach der Citigroup wird auch die Investmentbank JP Morgan Chase an Investoren des zusammengebrochenen Energiehändlers Enron eine Milliardensumme zahlen. Die Einigung wurde im Rahmen eines Vergleichs erzielt.


Enron-Logo: Teure Vergleichszahlungen der Wall Street
DPA

Enron-Logo: Teure Vergleichszahlungen der Wall Street

New York - JP Morgan war unter Druck geraten, nachdem der weltgrößte Finanzkonzern Citigroup Chart zeigen am vergangenen Freitag bekannt gegeben hatte, im Rahmen derselben Sammelklage zwei Milliarden Dollar an geschädigte Enron-Aktionäre zu zahlen. Die Anleger hatten der Bank in einer Sammelklage Beihilfe zum Bilanzbetrug vorgeworfen.

Ein Fehlverhalten haben Citigroup und JP nicht eingeräumt. In den Fall um den spektakulären Zusammenbruch des Enron-Konzerns im Dezember 2001 war unter anderem auch die Deutsche Bank Chart zeigen verwickelt.

Der Fall Enron gilt als eine der spektakulärsten Pleiten der Wirtschaftsgeschichte. Der Houstoner Energiehändler war nach einem kometenhaften Aufstieg in den neunziger Jahren eine der wertvollsten Firmen der USA. Enron bezeichnete sich selbst als das "führende Unternehmen der Welt". Im Jahr 2001 musste Enron bilanzielle Unregelmäßigkeiten einräumen und mehrere Jahresabschlüsse korrigieren. In der Folge implodierte der Konzern.

Andere Banken, darunter Bank of America and Lehman Brothers Holdings., haben sich in der Sammelklage bereits für insgesamt 491,5 Millionen Dollar verglichen. Insgesamt beläuft sich die vom Hauptkläger University of California und weiteren Investoren erstrittene Summe nunmehr auf 4,691 Milliarden Dollar. Die Klägerseite geht davon aus, dass die spektakuläre Pleite des Energiehändlers Investoren insgesamt 40 Milliarden Dollar gekostet hat.

Beobachter erwarten, dass den restlichen beklagten Banken nun kaum eine andere Wahl bleibt, als ebenfalls Vergleichsangebote zu unterbreiten. Zu den Instituten, die bisher noch nicht gezahlt haben, gehören unter anderem Merrill Lynch, Credit Suisse First Boston, Barclays, Royal Bank of Scotland und Goldman Sachs.

Thomas Hillenbrand



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