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Gerangel um Ruhrkohle

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aus DER SPIEGEL 4/1984

Um ihre Finanzlücken zu füllen, wollen die Stahlkonzerne Krupp, Mannesmann und die Salzgitter AG ihre Anteile an der Ruhrkohle AG (RAG) abstoßen. Doch über den zukünftigen Aktionärskreis der RAG ist zwischen staatlichen Stellen in Berlin, Bonn und Düsseldorf ein Streit entbrannt. Als Interessenten für die RAG-Anteile von Mannesmann (7,4 Prozent) und des Salzgitter-Konzerns (10,9 Prozent) meldeten sich der Energiekonzern Veba und die Vereinigten Elektrizitätswerke (VEW). Den Krupp-Anteil (6,2 Prozent) will die Westdeutsche Landesbank übernehmen. Gegen den gemeinsamen Erwerb der RAG-Anteile durch Veba und VEW wehrt sich das Kartellamt in Berlin. Die Wettbewerbshüter fürchten, daß die Stromerzeuger dann den Kohlekonzern beherrschen. Die Veba besitzt nämlich bereits 27 Prozent des RAG-Kapitals. Das Bonner Wirtschaftsministerium dagegen will verhindern, daß die WestLB als Hausbank des Landes Nordrhein-Westfalen das Krupp-Paket bekommt. Die Bonner argwöhnen, daß der schon beschlossene Personalabbau bei der RAG von der SPD-Regierung in Düsseldorf blockiert wird. Große Hoffnungen setzen die Bonner wie die Berliner deshalb auf einen weiteren Interessenten: Mit einer Beteiligung des Chemiekonzerns BASF am Kohlekonzern wären die Behörden einverstanden.

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