Gerüchte um Beiersdorf-Einstieg Hamburger Senat dementiert Zeitungsbericht

Nach Angaben des "Wall Street Journal" will die Stadt Hamburg gemeinsam mit der Tchibo-Holding in den Milliarden-Poker Beiersdorf einsteigen. Der Senat will von dieser Initiative allerdings bisher nichts wissen.


International heiß begehrt: Erfolgsmarke Nivea
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International heiß begehrt: Erfolgsmarke Nivea

Frankfurt am Main - Tchibo und der Hamburger Senat hätten sich verbündet, um dem Versicherungskonzern Allianz ihren Anteil an Beiersdorf Chart zeigen ganz oder teilweise abzukaufen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise in Frankfurt. Der Kaufpreis für den gesamten Anteil liegt laut "Wall Street Journal" (WSJ) bei 3,95 Milliarden Euro, was 107 Euro pro Aktie entspräche. Die chronisch klamme Stadt soll ihre Bereitschaft signalisiert haben, sich mit rund einer Milliarde Euro an dem Gebot zu beteiligen.

Ein Sprecher des Finanzsenators erklärte auf Anfrage, dass er keine Kenntnis von einem solchen Schritt des Senats habe. Er verwies außerdem darauf, dass der gesamte Hamburger Haushalt ein Volumen von 9,6 Millarden Euro aufweise. Richtig sei, dass die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles tue, um Beiersdorf am Standort Hamburg zu sichern.

Die Allianz hält derzeit 43,6 Prozent an dem Hamburger Unternehmen, das wegen seiner Weltmarke Nivea heiß begehrt ist. Erst kürzlich hatte Alan Lafley, Chef des US-Markenartiklers Procter & Gamble (P&G), sein Interesse an Beiersdorf noch einmal bekräftigt. Nach Angaben der Allianz gibt es seit längerem Verhandlungen mit dem amerikanischen Interessenten.

Die Hamburger Eigner von Beiersdorf - allen voran Tchibo-Gründerfamilie Herz - versuchen dagegen, den Einfluss des US-Markenriesen abzuwehren. Tchibo besitzt bereits einen Anteil von 30,1 Prozent an Beiersdorf. Auch die Familie Claussen, die rund zehn Prozent an dem Nivea-Produzenten hält, unterstützt dem "WSJ" zufolge das Gebot. Die Parteien wollen sich den Angaben zufolge Ende dieser Woche zu Gesprächen treffen.



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