Gerüchteküche Analyst prophezeit Fusion von Yahoo und Ebay

Der Internetbranche steht vor einer Konsolidierungswelle, davon jedenfalls ist die Investmentbank J.P. Morgan überzeugt. In einer jetzt veröffentlichten Studie stellen die Experten Mutmaßungen an, welche Unternehmen für eine Fusion in Frage kommen - die Gerüchteküche brodelt.


San Francisco - Die Namen der möglichen Kandidaten, die seit Wochen an der Wall Street kursieren, geben den Spekulationen die richtige Würze. Google Chart zeigen wird immer wieder genannt und Yahoo Chart zeigen, ebenso wie Ebay Chart zeigen und Microsoft Chart zeigen. Ein Zusammenschluss von Yahoo und Ebay aber sei am wahrscheinlichsten zu erwarten, schreibt der J.P. Morgen-Experte Imran Khan.

Ein Zusammenschluss würde nach seiner Einschätzung durchaus Sinn machen: "Gemeinsam hätten Yahoo und Ebay eine führende Position auf vielen Gebieten, darunter Auktionen, Kommunikation und bei Bezahlvorgängen im Internet", zitiert das Nachrichtenmagazin "Forbes" Imran. Die ungeheute Reichweite würde überdies zu Vorteilen im Bereich der Werbung führen.

Der Analyse stimmt zwar auch der Analyst Scott Devitt vom Brokerhaus Stifel Nicolaus zu. Dass es aber tatsächlich zu einer Fusion komme, sei keineswegs ausgemacht, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Solche Dinge werden aber sehr viel häufiger beschworen, als dass sie Realität werden".

Tatsächlich kursieren bereits seit längerem immer wieder Gerüchte, dass Yahoo und Google Verhandlungen über eine Zusammenarbeit führen. Bestätigen will dies jedoch keine der beiden Seiten. "Wir kommentieren Gerüchte und Spekulationen nicht", sagt Ebay-Sprecher Hani Durzy. Gespräche zwischen Unternehmen über die Zusammenarbeit an einzelnen Projekten gehörten zur Alltagsroutine. Yahoo äußerte sich überhaupt nicht.

Warum die Gerüchte dennoch nicht verstummen wollen, dafür liefern Beobachter eine entlarvende Erklärung: ein Zusammenschluss sei einfach zu nahe liegend. Denn angesichts der sinkenden Wachstumsraten im Internet-Geschäft werde der Konkurrenzdruck immer stärker. Konkrete Anhaltspunkte - etwa Nachrichten aus den Unternehmen über Verhandlungen oder Kontaktaufnahmen - gibt es offensichtlich nicht.

Anfang des Monats berichtete das "Wall Street Journal", dass Microsoft an einem Einstieg bei Yahoo interessiert sei. Der Software-Konzern habe die Suchmaschinen-Sparte des Internet-Portals kaufen wollen, um Google verstärkt Konkurrenz machen zu können. Den Wünschen der Redmonder erteilte Yahoo-Chef Terry Semel in einem Interview mit dem "New Yorker" der vergangenen Woche eine klare Absage: "Wir werden kein Stück unserer Suchmaschine verkaufen - es wäre fast so, als würde man mich bitten, meinen linken Arm herzugeben." Bei dieser Gelegenheit betonte Semel noch einmal seine Bestrebung, unabhängig zu bleiben. Gespräche mit Microsoft über eine Fusion haben zu keinem Zeitpunkt stattgefunden.

mik/Reuters



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