Hohe Zinsen, hohe Baupreise Geschäft mit Baufinanzierungen bricht ein

Wegen steigender Zinsen ist das Interesse an Baufinanzierungen stark gefallen. Darlehen sind so wenig gefragt wie seit elf Jahren nicht mehr.
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Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen ist eingebrochen. Im November lag es gegenüber dem Vorjahr fast 40 Prozent im Minus. Damit liegt das Volumen neuer Baufinanzierungen auf dem niedrigsten Stand seit über elf Jahren, zeigt eine Auswertung von Barkow Consulting. Das Analysehaus hat damit den dritten Negativrekord in Folge festgestellt.

In absoluten Zahlen ging das Volumen neuer Baufinanzierungen im November gegenüber dem Vormonat um 1,4 Milliarden Euro auf nur noch 13,6 Milliarden Euro zurück. Gegenüber dem Höchststand im Geschäft mit den Baufinanzierungen von 32,3 Milliarden Euro aus dem März 2022 beträgt der Rückgang fast 60 Prozent.

Steigende Kreditzinsen, die anhaltend hohe Inflation und die anziehenden Baupreise verringern derzeit die Nachfrage nach Immobilien und Baufinanzierungen. So lagen etwa die Baupreise für Wohngebäude im vergangenen November 14,2 Prozent höher als im November 2021, wie das Landesstatistikamt IT.NRW mitteilte. Das Ifo-Institut beobachtet seit Monaten eine Stornierungswelle im Wohnungsbau. Viele Projekte rechnen sich für Baufirmen und Entwickler nicht mehr.

Weil sich viele Menschen den Hauskauf nicht mehr leisten können, weichen sie auf den Mietmarkt aus. Dadurch konkurrieren noch mehr Personen um das ohnehin knappe Angebot an Mietwohnungen. Experten erwarten deshalb steigende Mietpreise. Bereits im dritten Quartal 2022 waren die Angebotsmieten nach Daten des IW Köln um 5,8 Prozent zum Vorjahresquartal gestiegen. In allen Bundesländern lagen die Zuwächse über dem Mittel des dritten Quartals der drei vergangenen Jahre.

axb
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