Geschlossenes BP-Ölfeld Produktionsstopp kann Monate dauern

Die Schäden auf dem größten US-amerikanischen Ölfeld Prudhoe Bay, das gestern geschlossen wurde, sind gravierender als zunächst bekannt. Die verrostete Pipeline muss laut BP auf 16 Meilen erneuert werden. Das kann Monate dauern.


Washington - Die entdeckten Korrosionsschäden seien so weit fortgeschritten, dass die Ölpipeline, die vom Ölfeld wegführt, auf 16 Meilen erneuert werden muss, teilte der britische Ölkonzern BP Chart zeigen mit. Das Ölfeld "Prudhoe Bay" wird von der Tochtergesellschaft, der BP Exploration Alaska Inc., betrieben. Nach den neuesten Meldungen der BP kann die Schließung des Ölfeldes wegen der Reparaturarbeiten Monate dauern.

Ölleitung in Prudhoe Bay: Ölpreis auf neuem Höhenflug
AP

Ölleitung in Prudhoe Bay: Ölpreis auf neuem Höhenflug

Der Ölkonzern bestätigte außerdem, in den vergangenen 14 Jahren keine Reinigung der Ölpipeline vorgenommen zu haben. Die jüngsten Schäden sind im Zuge einer Untersuchung zu Tage getreten, die von der US-Regierung nach einem massiven Ölverlust im März angeordnet wurde. Aus der verrosteten Pipeline waren bis zu 800 Liter Rohöl ausgelaufen. Weil die Ölförderung in Prudhoe Bay deshalb in den kommenden Tagen auf Null herunter gefahren wird, fallen acht Prozent der US-Ölförderung aus.

Der Rohölpreis hatte gestern nach Bekanntwerden der Schließung in London einen neuen historischen Rekordstand erreicht. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete dort zeitweise 78,64 Dollar (61,11 Euro), damit wurde der bisherige Rekordstand von 78,18 Dollar von Mitte Juli überschritten. Im nachbörslichen Handel in New York erholte sich der Preis für das Fass der Referenzsorte Light Sweet Crude von einem zeitweiligen Hoch von 77,30 Dollar nur leicht auf 76,76 Dollar.

Heute hat sich der Preis nach dem Förderausfall knapp unter der Marke von 77 Dollar und damit in der Nähe des Rekordhochs von 78,40 Dollar gehalten. Im asiatischen Handel sorgten Gewinnmitnahmen allerdings zunächst für eine leichte Entspannung. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI gab um 26 Cent auf 76,78 Dollar nach. Damit bleibt das Rekordhoch von 78,40 Dollar, das Mitte Juli erreicht wurde, weiter in Reichweite. Beim Ölpreis gebe es einen neuen Höhenflug, sagte ein Rohstoff-Analyst.

ase/AFP/dpa



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