Gespräche mit Lufthansa Crossair auf Partnersuche

Die neue Schweizer Fluggesellschaft Crossair sucht Anschluss an die großen Allianzen. Offenbar ist Star-Alliance-Mitglied Lufthansa ein Wunschpartner.


Wunschpartner Lufthansa: Die neue Schweizer Airline sucht Allianz-Partner
DDP

Wunschpartner Lufthansa: Die neue Schweizer Airline sucht Allianz-Partner

Zürich - Einem Zeitungsbericht zufolge ist die Lufthansa ernsthaft an einer Partnerschaft interessiert. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden, hieß es in der Schweizer "Sonntagszeitung".

Sprecher beider Unternehmen hielten sich hingegen bedeckt. Ein Crossair-Sprecher sagte, derzeit werde mit allen möglichen Fluggesellschaften gesprochen. So werde auch der Kontakt mit der Lufthansa gesucht. Eine Lufthansa-Sprecherin wollte dies nicht bestätigen. "Wir kommentieren grundsätzlich keine angeblichen Gespräche."

Schub aus Zürich

Erst am Wochenende hatte die neue Schweizer Airline eine entscheidende Hürde genommen. In einer Abstimmung genehmigten die Züricher Stimmberechtigten, dass sich ihr Kanton mit 300 Millionen Franken (rund 203 Millionen Euro) und damit zehn Prozent an der neuen Airline beteiligen wird. Das Züricher "Ja" dürfte Signalwirkung haben: Die anderen Kantone hatten ihre Zustimmung vom Ausgang des Votums abhängig gemacht.

Die Abstimmung ist Teil eines ambitionierten Plans: Die kleinere Crossair soll zwei Drittel der zusammengebrochenen Swissair übernehmen und dann zur neuen Schweizer Fluglinie ausgebaut werden. An den dafür veranschlagten drei Milliarden Franken (rund zwei Milliarden Euro) beteiligen sich der Bund mit 600 Millionen Franken (408 Millionen Euro) sowie die Kantone und die Stadt Zürich mit 450 Millionen Franken (306 Millionen Euro). Die Privatwirtschaft - allen voran die am Swissair-Debakel nicht unbeteiligten Großbanken UBS und Credit Suisse - bestreitet die restlichen zwei Drittel.

Anders als bei der Vorgängerin Swissair, die ja unter anderem auch vom Konkurs der belgischen Fluglinie Sabena, an der sie eine Mehrheitsbeteiligung hielt, in die Tiefe gerissen wurde, sind damit ausschließlich schweizerische Institutionen an der neuen Airline beteiligt.

Vorerst unter altem Namen

Die neue Airline wird vorerst noch unter altem Namen fliegen. Der Verwaltungsrat kündigte jedoch an, schon bald über einen neuen Namen entscheiden zu wollen. Leser einer Schweizer Tageszeitung sprachen sich in einer nicht repräsentativen Umfragen für "Swiss Airlines" aus.



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