Gesundheit 2007 Beiträge steigen, neue Leistungen für Versicherte

Die AOK kassiert besonders viel - aber auch andere Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge auf breiter Front. Immerhin: Einige Patienten können sich über erweiterte Leistungen freuen.


Gesundheit

Die Gesundheitsreform sollte ursprünglich zum 1. Januar in Kraft treten, wurde aber auf den 1. April verschoben. Das Kernstück der Reform, der Gesundheitsfonds mit einheitlichem Beitragssatz, kommt allerdings erst 2009. Den Beitragssatz für 2007 legen die Kassen noch selbst fest. Im Schnitt wird es bei den 250 gesetzlichen Kassen einen Anstieg um mindestens 0,5 Prozentpunkte geben. Das Gesundheitsministerium geht von einer Steigerung des paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanzierten durchschnittlichen Beitragssatzes von 13,3 auf 13,9 Prozent aus. Für die Versicherten kommt stets noch ein allein zu tragender Sonderbeitrag von 0,9 Prozent hinzu.

Die Gründe für die Verteuerung: Kürzungen des Bundeszuschusses, die höhere Mehrwertsteuer und allgemeine Kostensteigerungen. Zudem müssen die Kassen spätestens bis zum geplanten Start des neuen Gesundheitsfonds Anfang 2009 ihre Schulden abgebaut haben.

Im Gegenzug zu den Beitragssteigerungen könnten die Versicherten von erweiterten Leistungen profitieren. So sollen empfohlene Schutzimpfungen und Mutter-Kind-Kuren Regelleistungen werden, Alte und Pflegebedürftige einen Rechtsanspruch auf Rehabilitation erhalten.

Die Verbände der Krankenkassen haben die Festbeträge bei rund der Hälfte der verschreibungspflichtigen Medikamentengruppen angehoben. So soll verhindert werden, dass durch die Mehrwertsteuererhöhung bestimmte Arzneien über die von den Kassen erstattete Schwelle rutschen.



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