Gesundheit Rechnungshof fordert weniger Gehalt für Kassenchefs

Viele Krankenkassen sind notorisch klamm - die Vorstände beziehen allerdings hohe Gehälter. Zu hohe, wenn es nach dem Bundesrechnungshof geht. Der kritisiert die Bezüge der Kassenchefs - und fordert eine Begrenzung.


Frankfurt am Main - Die Kritik ist vernichtend: In einem Papier hält der Rechnungshof ein Jahresgehalt von 130.000 für einen Kassenvorstand für ausreichend. In der Spitze verdienten die Chefs aber bis zu 242.000 Euro. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Der Rechnungshof will zudem Verdienstobergrenzen auf der Grundlage von beamtenrechtlichen Regelungen einführen.

Krankenkassenkarte: Mehrtägige Reisen mit Gattin
DPA

Krankenkassenkarte: Mehrtägige Reisen mit Gattin

Dem Blatt zufolge bemängelt der Rechungshof die mangelhafte Kooperation der Kassen mit den Aufsichtsbehörden. Die Angaben der Kassen seien "oft unvollständig, unrichtig oder nicht miteinander vergleichbar".

Der Rechnungshof rügte auch unklare Formulierungen bei der Definition von Zielen, die von den Kassen erreicht werden sollten. Außerdem kassierten die Vorstände oft auch dann Zusatzvergütungen, wenn die Ziele nicht erreicht worden seien. In einem Fall berichte der Rechnungshof von einer ungenannten Krankenkasse, die ihren Verwaltungsräten Leistungen erstattet habe, die nicht im Katalog der gesetzlichen Versicherung enthalten seien.

Dazu hätten das Potenzmittel Viagra, Haarwuchsmittel und orthopädische Matratzen gehört. Auch hätten Vorstand und Verwaltungsrat auf Kassenkosten mehrtägige Reisen unternommen, an denen auch die jeweiligen Lebenspartner teilgenommen hätten.

cvk/ddp



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