Gesundheit Zuzahlung für knapp 300 Medikamente entfällt

Mehrere Pharmakonzerne haben die Preise für ihre Medikamente gesenkt - damit entfällt die Bedingung für eine Zuzahlung durch die Patienten. Viele müssen sich jedoch erneut darauf einstellen, künftig statt der gewohnten Pillen andere Mittel mit dem gleichen Wirkstoff zu erhalten.


Hamburg - Gesetzlich Krankenversicherte müssen einem Pressebericht zufolge seit Jahresbeginn bei rund 300 weiteren Medikamenten keine Zuzahlung mehr leisten. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Firmenkreise berichtet, entfällt in der Apotheke die Gebühr auf insgesamt 298 Präparate.

Einkauf in der Apotheke: Keine Zuzahlung wegen niedrigerer Preise
DPA

Einkauf in der Apotheke: Keine Zuzahlung wegen niedrigerer Preise

Demnach handelt es sich vor allem um Produkte von Stada, des zu Novartis gehörenden Generikaherstellers Hexal, sowie des Hersteller Bluefish und AWD.pharma. Es sind vor allem Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Magenprobleme, hohe Cholesterinwerte sowie Medikamente für Diabetiker.

Grund für den Wegfall der Zuzahlung seien zum Teil erhebliche Preissenkungen der Hersteller, schreibt das Blatt. Dadurch seien die Bedingungen erfüllt, um die Medikamente ohne Zuzahlung abzugeben. Bundesweit sind derzeit knapp 11.000 Präparate von der Zuzahlung befreit. Dadurch könnten die Patienten bis zu zehn Euro pro Packung sparen.

Patienten müssen sich im neuen Jahr allerdings abermals darauf einstellen, statt ihrer gewohnten Pillen andere Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff zu bekommen. Hintergrund der Umstellung sind Änderungen bei Rabattverträgen von Krankenkassen und Herstellern, wie der Deutsche Apothekerverband am Freitag mitteilte.

Die Rabattverträge, mit denen viele Krankenkassen inzwischen mit Pharmaherstellern Sonderpreise fixieren, bereiten den Apothekern Kopfzerbrechen. Viele Patienten reagieren verstört, wenn sie statt ihres gewohnten Präparats aus Kostengründen ein anderes mit dem gleichen Wirkstoff erhalten. Es gebe Erklärungsbedarf und Zeitaufwand, erklärte der Apothekerverband.

Die Apotheker sind gesetzlich gehalten, je nach Krankenkasse die jeweils verbilligten Mittel an die Patienten abzugeben. Nun liefen bei einigen Krankenkassen Verträge über bestimmte Wirkstoffe oder ganze Herstellersortimente aus, erklärte der Verband. Weitere Wechsel seien absehbar. So habe die AOK in den vergangenen Monaten insgesamt 64 Wirkstoffe europaweit ausgeschrieben, deren Rabattverträge zum 1. März 2009 in Kraft treten sollen. Auch die DAK suche derzeit Rabattvertragspartner unter den Pharmaherstellern für insgesamt 18 Wirkstoffe.

kaz/dpa-AFX/AP



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