Gesundheitspolitik Kassen wollen ab Januar Beiträge erhöhen

Zum Jahresbeginn müssen sich vier Millionen Kassenpatienten auf höhere Beitragssätze einstellen. Denn bis kurz vor Weihnachten sollen 13 Kassen eine Anhebung zu Neujahr beschlossen haben.


Hamburg - Unter den 13 Kassen seien vier Allgemeine Ortskrankenkassen und neun Betriebskrankenkassen, berichtete die "Bild"-Zeitung. Bei der AOK Schleswig-Holstein steigen die Beiträge demnach mit 0,8 Prozentpunkten am stärksten, und zwar von 13,6 auf 14,4 Prozent.

Die Kassen hätten die Erhöhung, die vier Millionen Patienten betrifft, kurz vor Weihnachten beschlossen. Die "Bild" beruft sich auf den Dienst für Gesellschaftspolitik (DfG).

Zu den Kassen, die zum 1. Januar teurer werden, gehört auch die AOK Rheinland - sie hat eine Erhöhung des Beitrags von 13,0 auf 13,4 Prozent angekündigt. Der Vorstandsvorsitzende Wilfried Jacobs sagte, die schleppende Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit ließen ihm keine Wahl. Eingeplante Beitragseinnahmen seien ausgeblieben. Außerdem seien die Ausgaben der Kassen stärker gestiegen als erwartet, insbesondere bei den Arzneimitteln.

Kauder: Reform ist eine "Mega-Aufgabe"

Bei den BKK hat unter anderem die BKK Anker-Lynen-Prym eine Beitragserhöhung beschlossen - der Satz soll hier im Januar von 12,4 Prozent auf 12,7 Prozent steigen. Die BKK Dr. Oetker will ihren Beitragssatz im Januar von 12,5 auf 12,7 Prozent heraufsetzen, die BKK Pfaff von 12,4 auf 12,8 Prozent. Auch für Versicherte der BKK Conzelmann wird es zu Jahresbeginn teurer: Weil die Kasse mit der Mhplus BKK fusioniert, steigt der Beitragssatz von 12,5 auf 12,9 Prozent.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat am Morgen davor gewarnt, die Erhöhungen überzubewerten. "Einige Kassen werden anheben", sagte sie in der ARD. Die überwiegende Mehrheit werde aber "mit ihren Beiträgen stabil bleiben".

Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte vor dem Hintergrund steigender Kosten, er sehe die geplante Gesundheitsreform als "Mega-Aufgabe" im kommenden Jahr. Kauder will sich bei der Suche nach einer Lösung eng mit SPD-Fraktionschef Peter Struck abstimmen. "Beide Parteien dürfen nicht auf ihren ursprünglichen Modellen beharren", betonte Kauder in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Keines der Modelle, das im Wahlkampf war, wird eins zu eins umgesetzt werden können." Struck und er hätten die Reform "zur Chefsache" gemacht.

Die Union will mit einer einheitlichen Gesundheitsprämie für alle Versicherten die Finanzierung von den Lohnnebenkosten abkoppeln. Die SPD favorisiert dagegen eine Bürgerversicherung, bei der auch Beamte und Selbständige einbezogen werden sollen. Die Gesundheitsexperten Karl Lauterbach und Bert Rürup hatten als möglichen Kompromiss eine steuerfinanzierte Kinderversicherung unter Beibehaltung der einkommensabhängigen Beiträge vorgeschlagen.



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KlausD, 12.04.2005
1. Ja......
..so sind deutsche unternehmer. Es ist zum kot....was hier passiert und schadet unserem system immer mehr. Mir kommt das so or als wenn die unternehmer mit aller macht am sturz (abwahl) unserer regierung arbeitet. Aber auch die regierung läßt sich vorführen und sollte aus meiner sicht druck machen. Danke
boerneli, 13.04.2005
2.
Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden, die waren noch nie auf deren Seite. Eine schwarz-gelbe Regierung wird denen jeden Wunsch erfüllen. Für die Gesundheit heißt das alles macht der Markt und die Patienten dürfen noch viel mehr draufzahlen. Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt und jeder bezahlt den vollen Beitrag selber und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. Hier in Hamburg macht es die CDU-Alleinregierung schon vor. Die städtischen Krankenhäuser wurden mit Gewalt privatisiert, eben weil der Markt die Dinge am besten regelt, so wie die meinen und gerade wurde eine schicke Luxusklinik für die CDU-Privatpatientenklientel eröffnet, so sieht es aus das schicke Gesundheitssystem der Zukunft.
Ulrich lr., 22.04.2005
3. D
---Zitat von boerneli--- Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden ---Zitatende--- Stimmt. Wer will das nicht! ---Zitat von boerneli--- die waren noch nie auf deren Seite. ---Zitatende--- Stimmt nicht: z. B. Bei der Hartz IV-Reform, bei der jeder weiß, wem sie schadet, und kaum jemand zu finden ist, dem sie nützt, da waren die Wirtschaft und ihre Führer fest an der Seite unserer rot-grünen Regierung. ---Zitat von boerneli--- Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt [...]und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. ---Zitatende--- Den ersten Schritt dazu hat nicht etwa "Schwarz" oder "Gelb", sondern Rot-Grün getan - unter Federführung einer grünen leicht übergewichtigen Kettenraucherin, die zufällig gerade Gesundheitsministerin war: Dank Rot-Grün sind die Krankenkassen jetzt schon für Ältere ab 55 als Neuzugang gesperrt. Wer sich die teuren Privaten nicht mehr leisten kann, der ist dann eben nicht versichert, wie Sie richtig bemerken. Und die Zahl der Unversicherten wächst unter Rot-Grün unaufhaltsam, wie wir aus dem "Spiegel" wissen. Um aufs Forum-Thema zurückzukommen: Den unversicherten Patienten bleibt dann tatsächlich nichts weiter übrig als zu sparen.
Rainer Helmbrecht 22.04.2005
4.
---Zitat von Ulrich lr.--- Die niedergelassenen Ärzte "empfangen" nur 15 bis 16% der Kassenbeiträge. Der Rest (84 bis 85%!) fließt woanders hin. Kurz die bösen Kassenärzte sind vergleichsweise ein eher kleiner Kostenfaktor. Selbst wenn die Kassenärzte alle ganz umsonst arbeiten würden, würde der AOK-Beitrag von 14% gerade mal auf 11,8-11,9% sinken. Das bieten BKKn jetzt schon. Und? ---Zitatende--- Hallo Ulrich, dieser Beitrag ist aus dem "alten" Forum und wohl etwas untergegangen, weil das Forum "erneuert" wurde. Als ich das las dachte ich, der SpOn würde sich ein neues Internetportal anschaffen müssen, aber ........nix. Wirklich gute Erklärungen für Mißwirtschaft, werden wie Gott gewollt hingenommen. Sind wir nur noch Zuschauer unseres eigenen Lebens? Oder ist die Frage eines neuen Papstes, oder Ex Papstes so lebensbestimmend, daß solche "Kleinigkeiten" wie ein paar Milliarden, darunter untergehen? Ich jedenfalls war elektrisiert.
Volkhard Ehlert, 24.04.2005
5. Unser System ist schlecht und wird falsch finanziert
---Zitat von sysop--- Vier Milliarden Euro Überschüsse bei den Krankenkassen, aber keine Beitragssenkungen in Sicht. Krankenkassen-Vorstände und Ärzte-Verbandsfunktionäre genehmigen sich hohe Gehälter und Zusatzeinkommen. Sind die Kassen und Verbände zu Selbstbedienungsläden für Geschäftführer und Funktionäre verkommen? Oder sind die Manager-Gehälter angesichts ihrer großen Verantwortung gerechtfertigt? ---Zitatende--- Wir dürfen nicht nur immer an Symptomen eines grundsätzlich schlechten Systems korrigieren, sondern müssen es ggfs. neu aufstellen. Zum Beispiel schadet die die deutsche komplette Finanzierung unseres teuren Gesundheitssystems über die Arbeitskosten unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei den Herstellkosten globaler Produkte. Diese Kosten haben mit dem Herstellkostenprozeß eines Produktes - den es kostenmäßig durch den Unternehmer zu minimieren gilt - nichts zu tun. Zumindest der Teil der Kosten, den wir als Absicherung unseres Sozialstaates uns leisten wollen und den wir als Staatsaufgabe ansehen, gehört mehrwertsteuerfinanziert.
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