Gesundheitssystem Gesetzliche Kassen fahren Millionenplus ein

Von Krise keine Spur: Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2008 mit einem Überschuss von 730 Millionen Euro abgeschlossen. Grund sei die positive, von der Wirtschaftskrise noch ungetrübte Beschäftigungsentwicklung.


Berlin - Die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Krankenkassen nahmen 2008 pro Mitglied um 3,1 Prozent zu, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag in Berlin mit. Zur positiven Gesamtentwicklung trugen neben Sparbemühungen die 2008 gesunkenen Arbeitslosenzahlen bei. Im Dezember 2008 lag die Zahl der Beitragszahler um 430.000 höher als ein Jahr zuvor. Mit ihrem 730-Millionen-Euro-Überschuss verbuchten die Kassen im fünften Jahr hintereinander ein Plus.

In diesem Jahr stehen den Kassen nach Angaben des Ministeriums mit knapp 168 Milliarden Euro rund elf Milliarden Euro mehr zur Verfügung als im vergangenen Jahr. Mögliche Einnahmeverluste durch die Wirtschaftskrise würden durch Darlehen des Bundes aufgefangen, die Ende 2011 zurückgezahlt werden müssten. Nach früheren Schätzungen muss der Bund den Kassen in diesem Jahr eine Milliarde Euro zuschießen.

Die Krankenkassen hätten bis zum Jahresende ein Vermögen von über vier Milliarden Euro aufgebaut, hieß es. Darin sieht das Ministerium eine "solide Basis" für den Anfang des Jahres gestarteten Gesundheitsfonds. In diesem werden seit Januar die Beitragseinnahmen der Versicherten und die Steuerzuschüsse des Bundes gesammelt. Daraus erhält jede Krankenkassen eine bestimmte Summe pro Versichertem. Reicht dies nicht, müssen Kassen eine Zusatzprämie erheben.

Der Überschuss 2008 gilt unter Kassenexperten als gute Ausgangsbasis für das laufende Jahr. Viele große Kassen haben angekündigt, dass sie 2009 ohne Zusatzbeiträge für ihre Versicherten auskommen wollen. Entwarnung geben die Kassen dennoch nicht, da ihnen die steigenden Ausgaben in vielen Bereichen große Sorgen bereiten.

Nach den Angaben des Ministeriums stiegen die Kassenausgaben pro Mitglied im vergangenen Jahr bezogen auf 2007 um vier Prozent. Die Arzneimittelkosten wuchsen um 4,5 Prozent. Für Krankenhausausgaben wurde 2,8 Prozent mehr gezahlt, die Kosten für ambulante Behandlungen schlugen mit einem Plus von 4,3 Prozent zu Buche.

kaz/Reuters/ddp/dpa



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