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INVESTOREN Gewagtes Projekt

aus DER SPIEGEL 13/2007

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Bonn (Bima) verkauft attraktive Grundstücke des Bundes an dubiose Projektbetreiber. Die Bima übereignete jüngst das 170 Hektar große Küstengrundstück des aufgegebenen Marinestützpunktes Olpenitz - an der Mündung der Schlei in die Ostsee - an eine Gesellschaft des Projektentwicklers Jaska Harm. Der norddeutsche Unternehmer will mit Geldern von US-Investoren, die er selbst vertritt, »die größte Ferienanlage in Deutschland« bauen - für rund eine halbe Milliarde Euro. Sein Vater Herbert Harm soll als Planer unter anderem eine Lagunenstadt mit Häusern und Inselkirche, Hotels, eine riesige Marina oder eine gigantische Skihalle am Strand realisieren. Mit Steuergeldern soll das abgelegene Areal an die Autobahn angeschlossen werden. Doch Ende der achtziger Jahre war Harm senior schon beim Verkauf von nicht fertiggestellten Häusern aus finnischen Bauelementen unternehmerisch gescheitert. 1999 wurde gar ein Insolvenzverfahren gegen den Vater eröffnet. Vergangenes Jahr kündigte die Stadtverwaltung von Preetz bei Kiel einen Vertrag mit Harm junior wegen angeblich nicht erbrachter Leistungen und finanzieller Unregelmäßigkeiten beim Bau einer - im Vergleich zu Olpenitz winzigen - Seniorenwohnanlage. Jaska Harm bestreitet die Vorwürfe, der Markt habe sich verändert. Der von Harms Firma Port Olpenitz GmbH anvisierte Aufkauf der gesamten, teilweise unter EU-Naturschutz stehenden Schleimündung wird derweil von Umweltverbänden scharf kritisiert. Sie befürchten eine Verschandelung der einzigartigen Landschaft.

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