Gewinneinbruch Yahoo streicht jede zehnte Stelle

Die Wirtschaftsflaute macht sich bemerkbar, die Kunden bleiben aus: Yahoo ist im dritten Quartal kaum gewachsen, der Gewinn dramatisch eingebrochen. Der Internet-Konzern muss deshalb in großem Stil Mitarbeiter entlassen.


San Francisco - 1500 von 15.000 müssen gehen - das ist die Konsequenz: Der US-Internet-Konzern Yahoo entlässt nach einem erneut deutlichen Gewinneinbruch jeden zehnten Mitarbeiter. Falls sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, will der Spezialist für Internet-Werbung 2009 sogar noch mehr Stellen streichen, um die Kosten zu drücken, teilte der Konzern mit. Besonders in Ländern mit hohen Lohnkosten sollen Arbeitsplätze wegfallen - dagegen stellt der Konzern in Osteuropa, Indien und Südostasien fleißig Mitarbeiter ein.

Yahoo-Zentrale in Kalifornien: dramatischer Gewinneinbruch
AP

Yahoo-Zentrale in Kalifornien: dramatischer Gewinneinbruch

Yahoo hatte bereits Anfang des Jahres 1000 Arbeitsplätze gestrichen. Doch auch im dritten Quartal fiel der Nettogewinn um fast zwei Drittel auf 54,3 Millionen Dollar. Der Umsatz legte nur minimal um ein Prozent auf 1,79 Milliarden Dollar zu. Im Gesamtjahr werde der Umsatz wegen der Konjunkturflaute schwächer ausfallen als zuletzt erwartet, teilte Yahoo Chart zeigen am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mit. Börsianer zeigten sich erleichtert, dass Yahoo nicht wie befürchtet noch stärker von der Wirtschaftsflaute erfasst wurde. Deshalb kletterte die Aktie des Unternehmens nachbörslich um acht Prozent.

Tatsächlich hat der Konzern schmerzhaft zu spüren bekommen, dass viele Firmen angesichts der Wirtschaftsflaute ihre Werbebudgets zusammenstreichen - und zwar nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Asien. Besonders Firmen aus der Reisebranche und dem Einzelhändel hätten Verträge gekündigt.

Außerdem verliert der Konzern im wichtigen Geschäft mit Suchanzeigen immer mehr Boden an den Marktführer Google Chart zeigen. Im Sommer hatte Yahoo eine Übernahme durch den Software-Riesen Microsoft Chart zeigen abgelehnt. Der Aktienkurs ist seither drastisch abgestürzt. Yahoo-Chef Jerry Yang betonte jedoch, dass sein Konzern zumindest Marktanteile gewinne.

Am Jahresende erwartet der Konzern keine Trendwende und stutzte deshalb seine Geschäftsprognosen. Für das vierte Quartal prognostiziert Yahoo Umsatzerlöse zwischen 1,773 und 1,973 Milliarden Dollar und damit maximal einen geringen Anstieg zum Vorjahr.

sam/Reuters/dpa-AFX



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