Gewinnwarnung Intel malt ein düsteres Bild

Intel hat seine Gewinnerwartungen erneut nach unten korrigiert. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Stellenstreichungen im großen Stil an.


Intel-Zentrale in Santa Clara/Kalifornien
AP

Intel-Zentrale in Santa Clara/Kalifornien

New York - Der weltweit größte Chiphersteller erklärte am Donnerstag nach Börsenschluss, der Umsatz im ersten Quartal werde um 25 Prozent niedriger sein als im vorherigen Quartal. Im Januar hatte Intel noch von 15 Prozent gesprochen. Wegen der sich abkühlenden Wirtschaft und der rückläufigen Nachfrage für PCs müssten auch 5000 Arbeitsplätze gestrichen werden - das sind sechs Prozent aller Beschäftigten.

"Wenn ich derzeit auf die weltweite Wirtschaft oder die Intel-Geschäfte sehe, kann ich niemandem große Hoffnungen machen", sagte Intel-Finanzchef Andy Bryant düster.

Die Intel-Aktie gab im Xetra-Handel 9,2 Prozent nach. Die Titel des deutschen Chipherstellers Infineon verloren 4,4 Prozent. Die Aktien anderer europäischer Chiphersteller gaben ebenfalls nach. Im nachbörslichen Handel an der Wall Street war das Intel-Papier vom offiziellen Schlusstand bei 33,25 Dollar auf rund 30 Dollar gefallen.

"Wir sehen eine Nachfrageschwäche bei allen Produkten von Intel: den Flash-Speicherbausteinen, Netzwerk-Bausteinen und Mikroprozessoren", sagte Bryant weiter. Analysten sagten, da es bei Intel in allen Bereichen schlechter laufe, sei zu erwarten, dass eine Reihe anderer Unternehmen vor ähnlichen Problemen stehe.

Intel erklärte, man rechne mit einer Belebung der Nachfrage im zweiten Halbjahr 2001. Auch bei der deutschen Siemens-Tochter Infineon hieß es, dass sich das Geschäft mit Speicherchips erholen werde. Nach Einschätzung von Analysten müsste der Absatz in den Monaten Juli bis Dezember allerdings um 30 Prozent steigen, um zu verhindern, dass der Absatz erstmals in der Computer-Geschichte unter das Vorjahresniveau sinkt.

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