Trotz Währungskrise Vertrauen der Deutschen zum Euro wächst

Eurokrise? Ach was! Eine aktuelle Studie kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Deutschen schenkt der Gemeinschaftswährung ihr Vertrauen - fast ein Fünftel mehr als vor zwei Jahren.

Euroschein-Handtücher (an griechischem Kiosk): Währung gewinnt Vertrauen
AFP

Euroschein-Handtücher (an griechischem Kiosk): Währung gewinnt Vertrauen


Nürnberg - Die Währungsunion erlebt eine ihrer stärksten Krisen, der Euro ist schwach wie lange nicht mehr. Dennoch ist das Vertrauen der Deutschen zum Euro in den vergangenen beiden Jahren stark gewachsen. Das geht aus dem "Global Trust Report" hervor, einer Studie des GfK Vereins, dem Mehrheitsgesellschafter der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Mehr als die Hälfte oder 57 Prozent der Deutschen vertrauen der Währung, heißt es in der Studie, die SPIEGEL ONLINE vorab vorliegt. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als in der Befragung des Jahres 2013. Damit nimmt der Euro im Ranking der vertrauenswürdigsten Institutionen den fünften Platz ein. "Ein Grund für diese Steigerung dürfte die moderate Teuerungsrate sein, vor allem die momentan vergleichsweise stabilen Energiekosten", sagt Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins.

Die meisten anderen Institutionen, nach denen der GfK Verein in dem Report fragt, behaupten ihren Platz auf der Rangliste. Die Polizei führt weiterhin mit 80 Prozent, gefolgt von den Gerichten mit 64 Prozent.

Die Bundeswehr hingegen büßt an Vertrauen ein: Sie verliert in der Gunst der Deutschen weiter und erreicht nach Negativschlagzeilen über ihre Einsatzfähigkeit aktuell 55 Prozent nach 57 Prozent im Jahr 2013 und 62 Prozent im Jahr 2011. Ganz anders als in anderen Ländern: International belegt das Militär im Durchschnitt den Spitzenplatz. In zehn der 26 Länder, die in die Bewertung eingingen, gelten die Streitkräfte als die vertrauenswürdigste Institution, unter anderem in den USA, der Türkei, in Großbritannien und Japan.

Ein Vertrauensplus fährt die Große Koalition rund um Bundeskanzlerin Angela Merkel ein. 40 Prozent der Befragten sprechen der Regierung ihr Vertrauen aus. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Jahr 2013. Ganz anders die politischen Partein. Sie belegen mit 19 Prozent den letzten Platz der Institutionen, das ist immerhin ein leichtes Plus von drei Punkten.

Im Vergleich der Branchen trauen die Deutschen nach wie vor am ehesten dem Handwerk, 85 Prozent halten diese Branche für seriös. Damit belegt sie - trotz eines Verlusts von zwei Prozentpunkten - wie auch schon 2013 (mit 87 Prozent) und 2011 (mit 88 Prozent) klar den Spitzenplatz der elf untersuchen Wirtschaftsbereiche. Auf Rang zwei folgen Fluggesellschaften zusammen mit den Herstellern von Unterhaltungs- und Haushaltsgeräten (beide 74 Prozent).

Eher misstrauisch begegnen die Deutschen weiterhin den Banken und Versicherungen. Sie belegen weiterhin den letzten Platz des Branchen-Rankings - auch wenn sie vier Prozentpunkte zugelegt haben (von 29 auf 33 Prozent).

Zur Studie: Die Ergebnisse des "GfK Global Trust Report" 2015 basieren auf rund 29.000 Verbraucherinterviews, die zwischen Oktober und Dezember 2014 in insgesamt 26 Ländern durchgeführt wurden. Grundlage der Untersuchung ist die Abfrage des Vertrauens in elf Branchen und zwölf Institutionen.

bos



insgesamt 55 Beiträge
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geisterfahrerii 23.03.2015
1. Das kennen wir........
Das kennen wir doch inzwischen zur Genüge. Immer wenn die dumme Bevölkerung irgend etwas mit bekommt werden irgendwelche Zahlen aus dem Hut gezaubert. Dass diese Euro bis auf die allerletzten Reste verbrannt ist hat inzwischen schon jeder mit bekommen. Aber es ist ja alternativlos einfach so weiter zu wursteln. Oder vielleicht doch nicht?
mimas101 23.03.2015
2. tststs
Frage aus der Umfrage der GfK: Konnten sie heute Eier im 6er Pack kaufen und bezahlen? Ja - Ja. Beabsichtigen sie auch nächstes Jahr wieder einen Sechserpack mit Eiern zu kaufen? Ja Und konnten sie auch im letzte Jahr das gleiche kaufen und bezahlen? Ja - Ja. Jubel:Die Deutschen vertrauen dem Geld und können kaufen. Was anderes könnte auch garnicht kommen im Zuge der Dauer-Rettungen dieses Geldes die uns noch teuer genug zu stehen kommen wird; zumindest für Griechenland werden die ganzen Kredite sowieso in einmalige Beihilfen umgewandelt werden müssen. Und das ist noch nicht alles: Die Händler hinter der GfK würden ansonsten sofort Umsatzeinbußen erleiden weil die Deutschen dann ihr Geld in andere Sachen investieren oder im Ausland anlegen würden.
demokroete 23.03.2015
3. Das ist doch ein Armutszeugnis sonder gleichen !
Nur noch lächerliche 57 % glauben an diese buntbedruckten Baumwollzettel, die weitgehend nur durch ebenfalls wertlose Staatsverschuldungszettel gedeckt sind. Was diese euphorische Überschrift soll, ist mir nicht ganz klar. Man ja wohl kaum eine Währung mit den verlogenen politischen Parteien vergleichen. Im Verglich mit denen schneidet natürlich alles besser ab. Lernt man aber schon in der Grundschule, dass man Äppel nicht mit Birnen vergleichen kann! Ein echter Vergleich wäre der Euro-Glauben mit dem D-Mark-Glauben !
dasdondel 23.03.2015
4. 57 Prozent der Deutschen
geben zu, dass sie nicht verstehen, wie unser Geld funktioniert.
muunoy 23.03.2015
5. Die Fragen würden mich mal interessieren
Also, entweder die Deutschen sind komplett dämlich (zumindest die Hälfte) oder die Fragen waren einfach nur entsprechend clever gestellt, um zu dieser Schlussfolgerung zu kommen. Also, ich war letzte Woche beruflich in den USA. Wer wirklich noch Vertrauen in den Euro hat, sollte das auch mal machen, damit ihm die Augen endlich geöffnet werden. AfD-Wähler wurde ich allerdings auch schon recht früh aufgrund meines Jobs. Projekt in Singapur in 2010. Dann noch eines in 2012. Dazwischen wurde mein Arbeitseinkommen um 25% entwertet. Und da folgen die witzigen Linken, die sich immer über die Schere zwischen arm und reich beschweren, immer noch die Euro-Ideologie. Sind das die depperten 57%?
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