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GHH: Ausstieg der Haniels

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aus DER SPIEGEL 32/1985

Die 241 Mitglieder zählende Industriellen-Sippe Haniel zieht sich nun vollends aus dem einst von ihr beherrschten Oberhausener Maschinen- und Anlagenbaukonzern Gutehoffnungshütte (GHH) zurück. Schon seit 1970 hatten die Familien-Gesellschafter bei keiner Erhöhung des GHH-Grundkapitals mehr mitgemacht und ihren Mehrheitsanteil auf zuletzt zehn Prozent abgesenkt. Familien-Oberhaupt Klaus Haniel gab den Aufsichtsratsvorsitz ab, als die von einem Haniel-Vorfahr Franz gegründete Firma 1983 vorübergehend in Schwierigkeiten geriet. Das Sagen bei GHH haben seither der Versicherungskonzern Allianz und die mit ihm verbundene Münchener Rückversicherung sowie die Commerzbank. Diese Unternehmen halten derzeit über 40 Prozent der GHH-Aktien. Die Allianz will nun das Rest-Paket der Haniels übernehmen und später, in zehn Päckchen gestückelt, an Interessenten weiterverkaufen. Nach dem Ausstieg der Ruhr-Familie kann das Konzern-Management leichter seinen Plan verfolgen, die GHH-Zentrale vom Revier nach Bayern zu verlegen und die GHH-Holding mit der selbständigen Tochter MAN zu verschmelzen. Die Haniels hatten sich gegen diese Vorhaben gesträubt. Sie wollen sich nun auf ihren familieneigenen Mischkonzern Franz Haniel & Cie konzentrieren.

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