Giftige Nahrung Japan verhängt Mozzarella-Stopp

Auf Liebhaber italienischer Küche kommen in Japan harte Zeiten zu: Das Land hat einen Einfuhrstopp für Büffelmozzarella verhängt, weil er mit Dioxin belastet ist. Der Grund: Büffelherden rund um Neapel hätten sich wegen der Müllkrise schlecht ernährt.


Hamburg - Mozzarella-Liebhaber in Japan müssen jetzt stark sein: Das Land hat einen Einfuhrstopp für den italienischen Käse verhängt, weil im Mozzarella aus Italien der hochgiftige Stoff Dioxin gefunden worden sei. Das teilte das japanische Gesundheitsministerium mit. Am Tag zuvor hatte bereits Südkorea den Import des beliebten Käses verboten. Das japanische Ministerium forderte nun genauere Informationen aus Italien.

Mozzarella in Salzake: Belastet, weil Büffel sich schlecht ernährt hatten
REUTERS

Mozzarella in Salzake: Belastet, weil Büffel sich schlecht ernährt hatten

Mozzarella wird traditionell aus Büffelmilch hergestellt. Nach Angaben der italienischen Behörden sei bei rund 66 Büffelherden rund um Neapel der krebserregende Stoff Dioxin gefunden worden. Der Grund für das Gift im Käse sei wahrscheinlich die schlechte Ernährung der Tiere. Die Mozzarella-Region rund um Neapel war in den vergangenen Monaten von der Müllkrise betroffen. Wochenlang türmte sich Abfall in den Straßen.

Die italienische Polizei prüft nun, ob das Futter der Büffel von italienischen Mafiosi verdorben worden war, die in Geschäfte mit illegalen Mülldeponien verwickelt sind. Die Japaner gaben jedoch an, dass bislang nur wenig Mozzarella belastet ist. "Wenn wir die Namen der betreffenden Firmen erhalten, würden wir Käse von anderen Produzenten wieder ins Land lassen", sagte ein Regierungssprecher.

Mozzarella wird in Japan immer beliebter, der Konsum steigt von Jahr zu Jahr weiter an. Besonders auf Pizza und Salat lieben die Japaner den Käse.

cvk/AFP/Reuters



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