Glaubwürdigkeitskrise Greenpeace stoppt Magazin-Verkauf bei Lidl

Der Aufschrei war groß, als Greenpeace sein Magazin plötzlich auch bei Lidl anbot - ausgerechnet bei einem Discounter, dessen Warenangebot die Umweltorganisation regelmäßig kritisiert. Jetzt stoppt der Verband den Verkauf in den Supermärkten, um seine Glaubwürdigkeit nicht weiter zu belasten.


Hamburg - Greenpeace war öffentlich wie auch intern durch die eigenen Mitglieder massiv unter Druck geraten, weil die Umweltorganisation gleichzeitig von dem Verkauf ihres Magazins bei Lidl profitiert und das Obst- und Gemüseangebot der Handelskette kritisch unter die Lupe nimmt.

"Wir hätten nie gedacht, dass diese Kombination unsere Glaubwürdigkeit in Frage stellen könnte", sagt Roland Hipp, Kampagnengeschäftsführer von Greenpeace Deutschland. "Das war ein Fehler." Greenpeace sei politisch und finanziell unabhängig und werde von Spenden vieler Privatpersonen getragen. Die Umweltorganisation nehme kein Geld von der Industrie oder von Regierungen an und lehne Sponsoring ab.

Die bessere Platzierung von Lidl in Ranglisten bei der Untersuchung von Pestizid-Rückständen in Obst und Gemüse sei vor allem auf eine verbesserte Qualitätssicherung des Unternehmens zurückzuführen, heißt es in der Mitteilung. Der Trend zu geringeren Belastungen sei in der gesamten Branche zu beobachten.

"Unsere Hoffnung, dass viele Lidl-Kunden zu Lesern des Greenpeace- Magazins werden, hat sich nicht erfüllt. Wir wollen, dass das Heft gelesen wird und nicht sofort ins Altpapier wandert", sagte Hipp. Die laufende Nummer mit dem Titelthema "Die neue Lust am Wandern" sei das letzte Heft, das in einer Auflage von 60.000 Exemplaren an Lidl ausgeliefert wurde.

kaz/dpa



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