Gleichberechtigung per Gesetz Norwegen beschließt Frauenquote für Führungsetagen

Die norwegische Wirtschaft soll weiblicher werden. Weil das auf freiwilliger Basis nicht funktionierte, gibt es jetzt Gleichberechtigung per Gesetz. Die Vorstände von Aktiengesellschaften müssen bald zu mindestens 40 Prozent aus Frauen bestehen.


Oslo - Damit machte das Kabinett seine Drohung war, die Quote zwangsweise durchzusetzen, sollten die 519 an der Börse notierten Unternehmen sie nicht freiwillig durchsetzen. Zwei Jahre hatten die Konzerne dafür Zeit - doch der Erfolg war mäßig. Bis Juli hatten nur 68 Firmen die Zielvorgabe erfüllt. Nach dem offiziellen "Gleichberechtigungsbarometer" sind in den Vorständen immer noch nur 17 Prozent Frauen vertreten.

Creme-21-Geschäftsführerin Stickel: Deutschland liegt bei Gleichberechtigung weit hinter skandinavischen Ländern
AP

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Sie haben nun gesetzlich noch einmal eine Schonfrist von zwei Jahren, um den Frauenanteil in den Führungsgremien entsprechend aufzustocken. Firmen, die nach dem 1. Januar an der Börse notiert werden, müssen die Quote allerdings sofort erfüllen. Die Strafen bei Nichterfüllung fallen drakonisch aus: Sie reichen von Geldbußen bis zur Zwangsschließung des Unternehmens.

In Sachen politischer und wirtschaftlicher Beteiligung von Frauen sind die skandinavischen Länder führend. Einer Studie des Weltwirtschaftsforums in Genf zufolge schneidet Schweden weltweit am besten ab, gefolgt von Norwegen, Island, Dänemark und Finnland. Deutschland belegt Platz neun und liegt damit hinter Neuseeland (Platz sechs), Kanada (sieben) und Großbritannien (acht), aber noch vor Frankreich (13), den USA (17) und der Schweiz.



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