Glyphosat-Streit Bayer zieht vor Obersten Gerichtshof Kaliforniens

Der erste Prozess um möglicherweise krebserregende Unkrautvernichtungsmittel gegen den Bayer-Konzern geht in die letzte Runde. Jetzt muss der Oberste Gerichtshof von Kalifornien entscheiden.
Glyphosathaltiges Umkrautvernichtungsmittel Roundup: "Nicht mit der Rechtslage vereinbar"

Glyphosathaltiges Umkrautvernichtungsmittel Roundup: "Nicht mit der Rechtslage vereinbar"

Foto: Haven Daley/ DPA

Der Leverkusener Chemieriese Bayer zieht im Verfahren um mögliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter vor das höchste Gericht von Kalifornien. Es geht um das Verfahren, das der an Krebs erkrankte Dewayne Johnson angestrengt hatte. Erst im Juli hatte ein Berufungsgericht in San Francisco den Schaden- und Strafschadensersatz, den ein Geschworenengericht Johnson im Jahr 2018 zugesprochen hatte, von ursprünglich 289 Millionen auf 20,5 Millionen Dollar gesenkt. Bayer hatte die Entscheidung als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet, aber ebenso betont, das Urteil sei nicht mit der Rechtslage vereinbar. Ein Gang vor den Obersten Gerichtshof Kaliforniens war daher erwartet worden.

Die Entscheidung des Berufungsgerichts stehe im Konflikt mit dem Bundesrecht, argumentierte Bayer im Zuge der Einreichung des Berufungsantrages am Dienstag in San Francisco. Der Oberste Gerichtshof soll nun klären, ob ein Hersteller unter dem Staatsprodukthaftungsrecht dafür haftbar gemacht werden kann, wenn keine Krebswarnung auf einem Produkt angebracht wird. Denn: Das Bundesrecht erlaube eine solche Warnung nicht. In diesem Zusammenhang verweist Bayer auch immer wieder auf die Unterstützung durch die US-Regierung und ihr Umweltamt EPA, die Glyphosat weiterhin nicht als krebserregend einstuften.

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