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20. Dezember 2006, 07:40 Uhr

Goldman-Sachs-Chef

54 Millionen Verdienst – der bestbezahlte Banker der Wall Street

Die Chefs der amerikanischen Investmentbanken verdienen in diesem Jahr so fürstlich wie nie. Und keiner bekommt so viel wie der Boss von Goldman Sachs, dessen Bezüge sogar erfahrene Wall-Street-Banker staunen lassen.

Hamburg – Lloyd Blankfeins offizieller Lohn sieht für Banker-Verhältnisse harmlos niedrig aus, ja mickrig aus: Gerade mal 600.000 Dollar hat der Chef der Investmentbank Goldman Sachs im vergangenen Jahr offiziell als Grundgehalt verdient.

Die Musik spielt anderswo: Wie bei Investmentbankern üblich, sind Blankfeins Boni und Sonderleistungen weit höher als das eigentliche Gehalt. So kommt der 52-jährige US-Manager insgesamt auf Bezüge von rund 54 Millionen Dollar, wie Goldman Sachs gestern in New York bekannt gab. Nach Angaben des "Wall Street Journals" ist das die höchste bekannte Summe, die ein Chef einer US-Bank bisher als Jahresverdienst erhalten hat.

Blankfeins Bezüge setzen sich aus einem Bonus von 27,3 Millionen Dollar, Aktien im Wert von 15,7 Millionen und Optionen im Wert von 10,5 Millionen zusammen. Der Goldman-Chef, der sein Amt erst Mitte des Jahres angetreten hatte, konnte seine Bezüge gegenüber dem Jahr 2005 damit kräftig steigern. Damals verdiente er als President und Chief Operating Officer der Bank noch 38 Millionen Dollar.

Der Bonussegen bei Goldman schließt sich an ein Rekordjahr an: Die Bank kommt nach einem steilen Anstieg des Aktienkurses inzwischen auf einen Börsenwert von über 85 Milliarden Dollar, die Profite stiegen um rund 70 Prozent auf beinahe 10 Milliarden Dollar.

Doch auch für andere US-Banker war es ein goldenes Jahr: Der Chef des Goldman-Konkurrenten Morgan Stanley , John Mack, verdiente 2006 rund 41 Millionen Dollar.

itz

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