Mehr Barren, weniger Schmuck Goldnachfrage fällt auf Elf-Jahres-Tief

In Krisenzeiten gilt Gold als sichere Geldanlage, auch deshalb stieg die Nachfrage zuletzt deutlich. Doch Juweliere spüren nichts von einem Run auf das Edelmetall.
Foto: Leonhard Foeger / REUTERS

Die Coronakrise hat drastische Auswirkungen auf den Goldhandel. Zum einen hat in den Monaten Juli bis September die Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren sowie nach Wertpapieren, bei denen Gold hinterlegt wird, stark zugelegt. Zum anderen ist wegen der zahlreichen Corona-Lockdowns im Frühjahr die Nachfrage nach Goldschmuck eingebrochen. Das geht aus einem Bericht des Branchenverbands World Gold Council (WGC) hervor. Unterm Strich sei die globale Goldnachfrage im dritten Quartal im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 892 Tonnen gefallen.

Damit war die Nachfrage nach Angaben des Branchenverbands so schwach wie seit dem dritten Quartal 2009 nicht mehr. Damals hatten die Folgen der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise die Weltwirtschaft belastet.

Nun haben die Lockdown-Beschränkungen den Konsumenten offensichtlich die Kauflust genommen. Zudem stieg der Goldpreis seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent, im August hatte der Goldpreis ein Rekordhoch bei 2075 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) erreicht. Goldschmuck wurde also teurer. Laut dem Bericht ist die Schmucknachfrage im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf 333 Tonnen gefallen. In China und Indien gab es die größten Rückgänge.

Zeitgleich war Gold als sicherer Anlagehafen bei Investoren gefragt. Bei der Investmentnachfrage meldete der WGC für das dritte Quartal einen Zuwachs um 21 Prozent im Jahresvergleich. Weltweit kauften Anleger demnach in den drei Monaten bis Ende September 222,1 Tonnen Goldbarren und -münzen und weitere 272,5 Tonnen über ETC-Wertpapiere ("Exchange Traded Commodities"), die mit physischem Gold hinterlegt sind.

hej/dpa

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