Gratis-Zeitungen "20 Minuten Köln" macht Schluss

Nach über einem Jahr wird die Gratiszeitung "20 Minuten Köln" eingestellt. Sie machte einfach keinen Gewinn.


Der Kölner konnte bisher unter verschiedenen Gratisblättern wählen
DPA

Der Kölner konnte bisher unter verschiedenen Gratisblättern wählen

Köln - Das kostenlos verteilte Blatt wird am Mittwoch zum letzten Mal erscheinen, wie der norwegische Schibsted-Verlag mitteilte. Damit scheint sich ein rund eineinhalbjähriger Zeitungskrieg in der Domstadt dem Ende zu nähern. Sowohl die Verlagsgruppe Dumont-Schauberg ("Kölner Stadt-Anzeiger") als auch der Verlag Axel Springer ("Bild") hatten zur Abwehr des norwegischen Konkurrenten eigene Gratisblätter auf den Markt geworfen.

Schibsted begründete die Aufgabe mit wirtschaftlichen Gründen. Köln als Insellösung habe sich nicht rentiert, sagte eine Sprecherin. Ein Investor für eine bundesweite Ausweitung habe sich nicht gefunden. Es habe keinen Weg aus den roten Zahlen beziehungsweise hin zu einer besseren Anzeigensituation gegeben. 55 Mitarbeiter der Zeitung in Köln verlieren ihre Stellen. Für sie werde über einen Sozialplan beraten.

Der Vorstandsvorsitzende der 20-Minuten-Holding in der Schweiz, Ekkehard Kuppel, sagte, er sei überzeugt, dass das Konzept einer Gratiszeitung auch in Deutschland Erfolg haben könne. Dazu sei aber eine "nationale Plattform" in den fünf oder sechs größten Städten erforderlich, außerdem langer Atem, viel Geld und "kreative Partnerschaften", um den erbitterten Widerstand der etablierten Verlage zu brechen, die die Gratiszeitung in Köln auch vor Gericht bekämpft hatten.

Schibsted und die verbundenen Investoren gäben nur in Deutschland auf, sagte Kuppel. In der Schweiz sei das Blatt ausgesprochen erfolgreich und werde zum Jahresende schwarze Zahlen erreichen. Man arbeite zudem an einer Reihe Erfolg versprechender Projekte in anderen europäischen Ländern, wo "weniger verbissene Reaktionen" der etablierten Konkurrenz zu erwarten seien.



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