Beobachtungen im Privatleben Gribkowsky fühlte sich von Ecclestone bedroht

Im Bestechungsprozess gegen Bernie Ecclestone hat ein Polizist ausgesagt. Hauptbelastungszeuge Gribkowsky soll sich vom Formel-1-Chef bedroht gefühlt haben - in seinem Privatleben.

Gerhard Gribkowsky (r.), Anwälte (Archivbild): "Bedrohliche Beobachtungen"
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Gerhard Gribkowsky (r.), Anwälte (Archivbild): "Bedrohliche Beobachtungen"


München - Neue Details im Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat sich während der Verkaufsverhandlungen der Formel-1-Mehrheit von Ecclestone bedroht gefühlt und die Polizei alarmiert. Im Verfahren vor dem Landgericht München berichtete am Mittwoch ein Polizist als Zeuge von einem Anruf Gribkowskys Ende 2004.

Damals habe der Banker von "bedrohlichen Beobachtungen" in seinem Privatleben erzählt. Beim Joggen hätten sich ihm ohne ersichtlichen Grund Menschen in den Weg gestellt, und es habe an seiner Haustür geklingelt. Gribkowsky "konnte sich das nur so erklären, dass Ecclestone ein Bedrohungsszenario aufbaut", sagte der Polizist.

"Wie ein Diktator"

In dem Gespräch berichtete der Banker der Polizei von seinem Zwist mit dem Formel-1-Boss. Dieser führe und organisiere die Formel 1 "wie ein Diktator - zum Teil mit äußerst dubiosen Geschäftsmethoden". Ecclestones Anwälte wiesen die Vorwürfe gegen den 83-Jährigen zurück.

Ecclestone muss sich in München wegen Bestechung verantworten. Er soll Gribkowsky 44 Millionen Dollar gezahlt haben, um seinen Spitzenjob bei der Formel 1 zu sichern.

Gribkowsky war im Sommer 2012 wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er das Geld von Ecclestone angenommen und nicht versteuert hatte. Im Oktober 2013 durfte er aber von der geschlossenen Münchner Justizvollzugsanstalt in ein Freigängerhaus umziehen, wo er nur noch in der Nacht einsitzen muss. Aus Sicht der Ecclestone-Anwälte war dieser Zeitpunkt für bayerische Verhältnisse ungewöhnlich früh.

Gribkowsky erhob als Hauptbelastungszeuge Mitte Mai eindeutige Vorwürfe gegen Ecclestone. Bei seinem angeblichen Bestechungsversuch in Höhe von 80 Millionen Dollar in Singapur habe ihm der Formel-1-Chef damals signalisiert, dass der südostasiatische Inselstaat "der letzte sichere Hafen" sei. Den angeblichen Vorstoß des Briten wertete Gribkowsky vor Gericht als "Verführungsversuch".

bos/dpa

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