Zwölf Jahre nach Eskalation der Finanzkrise Griechenland will letzte Schulden beim IWF tilgen

Im Frühjahr 2010 wurde das erste Rettungspaket für Griechenland geschnürt, kurz vor dem Staatsbankrott. Nun kann die Regierung in Athen offenbar bald die letzten Kredite zurückzahlen – zumindest bei einem der Gläubiger.
Griechisches Parlament in Athen im Februar 2021: Ein Gläubiger aus der Finanzkrise ist nun bald ausbezahlt

Griechisches Parlament in Athen im Februar 2021: Ein Gläubiger aus der Finanzkrise ist nun bald ausbezahlt

Foto: Socrates Baltagiannis / dpa

Die griechische Regierung plant, bis Ende März den letzten Teil der Schulden des Landes beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu tilgen. Es gehe dabei um IWF-Kredite in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro, berichtete der staatliche griechische Rundfunk (ERT) unter Berufung auf das Finanzministerium.

Der IWF hatte sich an den griechischen Rettungsprogrammen seit 2010 mit knapp 32 Milliarden Euro beteiligt. Die Tilgung gilt als weiterer Schritt aus der schweren Finanzkrise, die Griechenland von 2009 an durchlebte. Im Frühjahr des darauffolgenden Jahres spitzte sich die Lage rasch dramatisch zu, das Land stand kurz vor dem Staatsbankrott. Die Länder der Eurozone einigten sich Ende März 2010 auf ein erstes Rettungspaket über knapp 110 Milliarden Euro, an dem auch der IWF beteiligt war.

Griechenland steht zunehmend auf eigenen Beinen

Bald wurde jedoch klar, dass diese Kredite bei Weitem nicht ausreichen würden. Ein zweites Rettungspaket über knapp 165 Milliarden Euro wurde beschlossen und ab 2012 ausgezahlt, für ein drittes Rettungspaket ab 2015 umfassten die Zusagen 86 Milliarden. Die tatsächlichen Auszahlungen aus den Paketen lagen aber jeweils unter den zugesagten Höchstgrenzen. Im Gegenzug musste sich das Land regelmäßig von Vertretern der sogenannten Troika aus Eurozone, Europäischer Zentralbank und IWF kontrollieren lassen.

Das letzte Spar- und Reformprogramm endete im August 2018. Seither steht Griechenland finanziell zunehmend auf eigenen Beinen und kann sich wieder selbst Geld am Kapitalmarkt leihen. Die Renditen für zehnjährige griechische Staatsanleihen liegen zurzeit bei etwa zwei Prozent. Auf dem Höhepunkt der Krise waren sie 2012 auf mehr als 35 Prozent gestiegen.

fdi/dpa
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