Blockchain-Sammlerstücke Großbritannien möchte eigenen NFT »prägen« lassen

Die britische Regierung will London zum Zentrum für Kryptoanlagen machen – und setzt dabei auch auf den neuesten Schrei am Kryptomarkt. Die königliche Münzprägeanstalt soll einen sogenannten Non-Fungible Token herausgeben.
Pfundmünzen: Bald auch virtuell?

Pfundmünzen: Bald auch virtuell?

Foto: Matt Cardy/ Getty Images

Durch den britischen EU-Austritt hat London an Bedeutung als Finanzdrehscheibe eingebüßt – doch nun wittert die britische Regierung offenbar eine neue Chance: Großbritannien wolle künftig zum Drehkreuz für Kryptoanlagen werden, erklärte der für die Londoner City und die Finanzdienstleistungsbranche zuständige Minister John Glen.

»Wenn Kryptotechnologien ein großer Teil der Zukunft sein werden, dann wollen wir in Großbritannien dabei sein, und zwar vom ersten Tag an«, sagte Glen auf einer Branchenveranstaltung in London. »Wir sehen ein enormes Potenzial in der Kryptowährung und wollen uns jede Chance geben, den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen.«

Offenbar kann die britische Regierung dabei auch dem jüngsten Hype in der Kryptoszene nicht widerstehen: dem sogenannten Web3. Glen kündigte einen »Non-Fungible Token« (NFT) an, der von der königlichen Münzprägeanstalt aufgelegt werden soll. Das digitale Sammlerstück soll im Sommer lanciert werden und zum »Emblem des zukunftsorientierten Ansatzes werden, den wir verfolgen«, sagte der Minister, ohne weitere Details zu verraten.

NFTs sind digitale Sammlerobjekte, die sich über die Blockchain ihrem jeweiligen Besitzer zuordnen lassen. Vor allem dank abenteuerlicher Kurssteigerungen hat die Technik eine regelrechte Goldgräberstimmung ausgelöst – und dabei auch für diverse Skandale gesorgt.

Neue Regeln für Digitalwährungen

Finanzdienstleistungsminister Glen kündigte zudem ein Gesetz zur Regulierung von sogenannten Stablecoins an – das sind Digitalwährungen, deren Kurs an den von traditionellen Währungen wie dem Dollar gebunden ist. Am Kryptomarkt dienen die Stablecoins als eine Art universelle Tauschwährung. Finanzaufseher fürchten angesichts der wachsenden Bedeutung der digitalen Parallelwährungen aber auch mögliche Folgen für die Stabilität des Finanzsystems. 

In Großbritannien sollen künftig sämtliche Stablecoins von der Notenbank überwacht werden. Die neuen Regeln sollen sicherstellen, dass Nutzer ihre Stablecoins jederzeit zum Nennwert tauschen können, so Finanzdienstleistungsminister Glen. Auch die Europäische Union feilt derzeit an neuen Regeln für Kryptoanlagen wie dem Bitcoin.

mic/Reuters