Urteil Britische Uber-Fahrer sind jetzt offiziell Arbeitnehmer

Das Urteil könnte weitreichende Folgen haben - nicht nur für Uber, sondern für die ganze "Gig Economy". Nach Ansicht eines britischen Arbeitsgerichts sind Fahrer des Taxidienstes keine selbstständigen Unternehmer, sondern Angestellte.

Uber-Fahrer
DPA

Uber-Fahrer


Uber darf seine britischen Fahrer nicht mehr wie selbstständige Unternehmer behandeln. Das hat ein Arbeitsgericht in Großbritannien entschieden. Die für den Fahrdienst tätigen Chauffeure kommen damit in den Genuss von Arbeitnehmerrechten: Dazu gehört der gesetzliche Mindestlohn ebenso wie Urlaubstage. Uber hat angekündigt, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen.

Zwei Fahrer waren gegen Uber vor Gericht gezogen. Das Unternehmen argumentiert, dass seine Fahrer selbstständig seien, weil sie frei entscheiden könnten, wann sie arbeiteten und weil sie deutlich mehr verdienten als den gesetzlichen Mindestlohn. Laut Uber sind allein in Großbritannien mehr als 40.000 Fahrer für den Dienst tätig.

Die Entscheidung könnte über das Unternehmen aus San Francisco hinaus Folgen für die ganze "Gig Economy" haben. Der Begriff bezeichnet einen Wirtschaftszweig, in dem Arbeitskräfte nicht festangestellt sind, sondern je Auftrag bezahlt werden.

Für Uber ist es nicht die erste Niederlage vor einem europäischen Gericht: 2015 verbot das Landgericht Frankfurt den Fahrdienst Uber Pop. Uber durfte demnach keine Fahrten anbieten, bei denen die Fahrer keine behördliche Genehmigung haben. Das Oberlandesgericht bestätigte die Entscheidung.

asa/Reuters/AP



insgesamt 7 Beiträge
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held_der_arbeit! 28.10.2016
1. Ein wichtiges Urteil
Die Gig Economy bzw Share-Economy sind nichts als hip verpackte Versuche auch die letzten Arbeitnehmerrechte auf dem Altar des Profits zu opfern.
carlo02 28.10.2016
2. Das Urteil
find ich gut. Und ausserdem gibt es sowas wie Uber schon: Taxis. Die werden sozialversicherungspflichtig bezahlt und die Autos werden regelmäßig kontrolliert. Uber ist überflüssig.
newline 28.10.2016
3. In fast allen Reiseführern
steht der oder ein ähnlicher Satz: "Steigen Sie nur in offizielle und mit einer Lizenz versehende Taxis." Daraus dass der Fahrer geschult, versichert und registriert ist ergeben sich für den Fahrgast automatisch Vorteile.
53er 28.10.2016
4. Selbstständige können
über die Preise für ihre erbrachten Dienstleistungen im Prinzip frei entscheiden, Uber aber diktiert die Preise. Uber selbst spricht von einer Entlohnung über dem Mindestlohn, aber wer Lohnempfänger ist, ist schlicht ein abhängig beschäftigter Arbeitnehmer und somit von Arbeitsschutzgesetzen geschützt.
Poco Loco 28.10.2016
5. Scheinselbstständig
Es ist ja auch so, die Fahrer sind scheinselbstständig, das wäre auch nach deutschem Recht "nicht selbständig". Das Geschäftsmodell der share economy beruht ja meistens darauf, dass der Plattformanbieter (in dem Fall Uber) mögl. viel Profit machen möchte, der Kunde will mögl. viel sparen und der Fahrer ist derjenige der von beiden Seiten ausgebeutet wird, er hat die Arbeit, die KFZ-, Sprit- u. Versicherungskosten usw.
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