Kampf gegen Inflation Britische Zentralbank wagt nur kleinen Zinsschritt

Die britische Zentralbank stellt den Beginn einer Rezession fest und erhöht ihren Leitzins – allerdings vergleichsweise moderat. Der Druck auf die vom Brexit geplagte Wirtschaft steigt weiter.
Bank of England: »Der Beginn einer Rezession«

Bank of England: »Der Beginn einer Rezession«

Foto: Andy Rain / EPA

Die britische Zentralbank hat den Beginn einer Rezession verkündet und ihren zentralen Leitzinssatz um weitere 0,5 Prozentpunkte auf nunmehr 2,25 Prozent erhöht. Mit der Wirtschaft auf der Insel geht es weiter bergab: Im dritten Quartal werde erneut mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent gerechnet, erklärt die Bank of England.

Wirtschaftlicher Abschwung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gilt allgemein als beginnende Rezession. Mit solch einem Konjunkturabschwung gehen typischerweise Kurzarbeit, Entlassungen und Insolvenzen einher.

Beim Ausmaß der Leitzinserhöhung herrschte im zuständigen Ausschuss der Bank of England keine Einigkeit: Die 0,5 Prozentpunkte seien mit einer knappen Mehrheit von fünf der neun Mitglieder beschlossen worden, erklärte die Bank. Die Zentralbanker gehen demnach davon aus, dass die Inflation im Oktober mit knapp elf Prozent ihren Höchststand erreichen wird. Zuvor war mit 13 Prozent gerechnet worden.

Auch andere Länder erhöhen ihren Leitzins

Großbritannien stellt sich hinter eine Reihe anderer Länder, die ihren Leitzins noch deutlicher angehoben haben. Am Mittwoch hatte die US-Notenbank Fed eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte verkündet. Am Donnerstag folgte auch die Schweiz, wo die Zentralbank mit einer Erhöhung von ebenfalls 0,75 Prozentpunkten eine siebenjährige Phase negativer Zinsen beendete. Im internationalen Vergleich fällt die Inflation in der Schweiz mit zuletzt 3,5 Prozent weniger stark aus.

Die norwegische Zentralbank erhöhte ihren Leitzins ebenfalls um 0,5 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent und kündigte an, dass er »höchstwahrscheinlich« im November weiter angehoben werde. Auch in Norwegen liegt die Teuerungsrate mit 6,5 Prozent noch deutlich unter EU- oder US-Niveau.

pam/AFP
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